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Archiv der Kategorie: Unterhaltungsroman

[Rezension] Michael Ende „Momo“

momoWunderbarer Klassiker für groß und klein, einfühlsam und zeitlos ❤

Vollständiger Titel: „Momo oder die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte“ von Michael Ende

 

Michael Ende schuf 1972 eine wundervolle, einfühlsame und tiefgründige Geschichte über Freundschaft, Magie, dem Zuhören, der Zeit und die grauen Zeitdiebe sowie die Schönheit des Lebens, die mich aufs Tiefste berührte.

Der Autor versteht es, den Leser mit seinen wunderbaren Einfällen, kleinen Geschichten in der Geschichte – auch im Nachwort das mir ein verheißungsvolles Kribbeln über meinen Nacken jagte – in einer leichten, flüssigen Sprache gefangen zu nehmen und in seine magische Welt zu entführen. Gern folgte ich Momo und der magischen Schildkröte Kassiopeia und Meister Hora durch die Geschichte und lauschte den fantastischen und märchenhaften Geschichten von Gigi und hörte Beppo nachdenklich zu.  Michael ist es gelungen, bildhaft, detailreich und farbenfroh geschwungen zu schreiben, so dass es ein Genuss ist, diese Geschichte zu lesen.

Die Geschichte um Momo spielt in keiner bestimmten Zeit und in keiner bestimmten Stadt(vermutlich aber irgendwo in Italien), was sie zeitlos macht und sowohl in der Vergangenheit, der Zukunft und im Hier und Jetzt spielen könnte… Und genau das macht diese Geschichte für mich so besonders.

Was uns dieser Klassiker sagen will? Ganz einfach: Nehmt euch Zeit für euch und für eure Lieben, sonst kommen euch die grauen Herren besuchen und ihr werdet selbst alle stumpf und grau. 😉 Lest sie! Sie wird euch die Augen öffnen und euch aufzeigen, dass wir alle dem Zeitdruck unterlegen sind – egal ob beruflich oder privat. Es ist ein Appell, eine Warnung – und das von 1972! Hier werden Elemente der Phantasie mit sozialkritischen Punkten gekonnt miteinander verwoben und dem Leser vor Augen geführt.

Fazit:

Dieses wundervolle Werk darf in keiner Hausbibliothek fehlen und sollte von jung und alt gelesen und geschätzt werden, da sie wahr sein/werden könnte und wunderbar zeitlos ist!

Ich werde diese fantastische Geschichte garantiert noch mehrmals lesen und mich an der coolen Schildkröte Kassiopeia und an Momo erfreuen ❤

„Momo“ sollte meiner Meinung nach häufiger in der Schule gelesen werden, schon allein der Botschaft wegen.

 

5/5 Punkte

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[Rezension] „Palast der Finsternis“ von Stefan Bachmann

51coverDüsteres, spannendes Abenteuer mit Gänsehautfeeling

Es sollte eine Expedition in einen lang verschütteten unterirdischen Palast werden. Doch stattdessen entpuppt sich der als Expedition geplante Trip als eine Entführung, die nur eines aufzeigt: Anouk und ihre Freunde sollen sterben. Können Sie den unterirdischen Palast trotz all der Fallen, Täuschungen und unheimlichen Wesen überleben und entkommen?

Genau das fragte ich mich, nachdem ich in die Geschichte eintauchte und sofort von ihr gefangen genommen wurde. Ich liebte anfänglich die Erzählungen um Aurelie im Jahre 1789 in Paris, die Sprache und die Beschreibungen des Palastes. Und ich mochte Anouk, ihren Sarkasmus und ihre Gedankengänge. Sie waren auf eine interessante Art sehr unterhaltsam. Anouk hat Pepp. Mit jeder Seite, die ich las, legte die Geschichte an Schwung und Spannung zu und ich dachte nur noch: Wow! Was für eine Story!

An Spannung und Einfallsreichtum mangelt es dem Autor absolut nicht. Denn jedes Mal, wenn ich dachte, gut, jetzt wird es wieder etwas ruhiger und die Protagonisten können sich endlich mal ausruhen, geschieht das nächste Unheil und mein Adrenalin schoss wieder in die Höhe. Der Autor gönnt einem auch gar keine Erholungspause 😀

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm. Der Palast wird sehr bildhaft beschrieben, so dass ich ihn mir im Geiste sehr gut vorstellen konnte und glaubte, selbst im Palast umherzuschweifen bzw. zu hetzen.

Es ist in zwei Erzählsträngen geschrieben: Einmal aus der Perspektive von Anouk (Gegenwart) und Aurelie (1789), so dass wir in ihre Gedanken und Gefühle problemlos eintauchen können. Die Spannung war die meiste Zeit über präsent und sehr greifbar. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen, ohne mich zu fragen, wie es mit Anouk, Will, Jules und Lilly weitergeht und was Aurelie in ihrer Vergangenheit erlebt haben musste. Es ist einfach ein gigantisches, spannendes Werk voller Adrenalin! „Palast der Finsternis“ ist ein reiner Horrortrip durch einen unterirdischen Palast, verziert mit unendlich viel Reichtum und Leben vergangener Zeiten.

Mir gefiel, dass wir im letzten Drittel der Geschichte mehr über Anouk und ihre Freunde erfahren, weil sie sich einander öffnen. Anfangs sind sie noch Fremde, doch man merkt immer mehr, wie die ganze Situation sie immer mehr fordert und sich freundschaftliche Bände knüpfen, was mir sehr gefallen hat. Die Charaktere um Anouk, Jules, Will und Lilly waren anfangs so flach, wurden aber ab dem letzten Drittel richtig tiefgründig – besonders Anouk, worüber ich mich sehr freute. Sie zeigten alle eine Stärke, ganz besonders Anouk und Lilly, die ich den beiden anfangs gar nicht zugetraut hätte. Mir tut trotz allem Jaques sehr leid. Ich hatte mir ein schöneres Ende im Buch für ihn gewünscht.

Kritikpunkte:

Ich hatte anhand des Klappentextes mit einer Geschichte über eine Expedition nach einem geheimen unterirdischen Palast gehofft. Stattdessen entpuppt sich das Buch als eine Art Entführungs-Gejagten-Buch a la Tribute von Panem.

Ich rechnete auch aufgrund des blau schimmernden Covers, der Geisterfrau und den goldenen Schmetterlingen mit Geistern und anderen übernatürlichen Wesen, die in dem unterirdischen Palast über Jahrhunderte eingeschlossen gewesen sind. Aber diese Geschichte ist ganz anders als gedacht. Also lasst euch vom Klappentext und vom Cover nicht in die Irre führen. Dieses Buch ist also ganz anders als ich es erwartet hatte.

Homunculus. Der Schmetterlingsmann. Was für ein eigenartig erschaffenes Wesen. Warum dieses „Monster“ erschaffen, wenn sie ihr Ziel hätten selbst erreichen können? Meiner Meinung nach hätte dieses Buch den Schmetterlingsmann gar nicht gebraucht. Die Geschichte ist so schon spannend und heftig genug, als dass noch solch ein Wesen erschaffen werden musste. Es ist zu viel, zu überfrachtet und zu skurril.

Den Schmetterlingsmann an sich fand ich jetzt nicht so gruslig, wie er wohl rüberkommen sollte. Er hätte problemlos gestrichen werden können.

Haydens Rückkehr kann ich allerdings noch immer nicht wirklich nachvollziehen. Was war er und was genau ist mit ihm passiert? Hier hätte ich sehr gern mehr erfahren.

Was mich außerdem tierisch genervt hat, sind die vielen französischen Begriffe und Sätze, die leider nicht übersetzt werden – weder in Fußnoten, noch im Anhang, noch irgendwie anders. Dabei beherrscht nicht jeder Leser die französische Sprache. Hier hätten Autor und Verlag mal besser nachdenken sollen. Ich habe auf diese Stellen echt keinen Bock gehabt und auch keine Lust ständig das Wörterbuch um Rat zu fragen. Mir wäre es lieber gewesen, wenn diese Textstellen ins Deutsche übersetzt worden wären. So aber habe ich das Gefühl, als würde mir hier ein Teil der Geschichte entgehen. Klar versteht Anouk die Worte der Franzosen, weil sie ja mehrere Sprachen beherrscht, aber ich eben nicht und vermutlich auch viele andere Leser nicht. Manchmal wurden sie von Anouk oder Will übersetzt, aber das genügt nicht, da es einfach zu viele französische Worte gab.

Zitate:

„Wenn andere dich haben weinen sehen, ist es, als besäßen sie einen Teil von dir.“

„Alles wovon man träumt , ist möglich, Anouk. Manchmal träumt man einfach nur zu früh.“ (Seite 344)

„Wenn wir arm sind, wollen wir reich sein, wenn wir reich sind, wollen wir geliebt werde, und wenn wir geliebt werden, wünschen wir uns Freiheit von Schmerzen, endlosem Lebe und immerwährendes Glück. Es ist ein großes, unaufhaltsames Verhängnis. Tief in unserem Verstand ist eine Krankheit verborgen, eine Finsternis, die alle Übel verursacht. Man kann nichts dagegen tun. Man kann sie nur auslöschen.“ (Seite 383)

Die Menschen besitzen ein besonderes Talent, nämlich, dass sie überall unglücklich sein können, egal, wo sie sind. (Seite 397)

Fazit:

„Palast der Finsternis“ von Stefan Bachmann ist eine spannende Horror-Trip-Geschichte, die man nicht aus der Hand legen kann. Mir gefällt die bildhafte Sprache der Vergangenheit und die Beschreibungen des unterirdischen Palastes sehr gut. Es gibt so viele wundervolle Zitate, die ich aus diesem Buch mitnehmen werde und sage deshalb: Danke, Stefan Bachmann. Danke für all diese wunderbaren Worte, die mich sehr berühren!Und das Tempo, dass dieser Roman vorlegt, so dass er mich beinahe atemlos und doch irgendwie auch glücklich und mit einem traurigen Auge zurücklässt.

Ich gebe diesem Werk gute 4 von 5 Punkten.

 
 

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[Rezension] Serena Avanlea -„Das Glitzern des Glücks“

dasglitzerndesglucksDu glaubst, du bist mit deiner großen Liebe überglücklich. Doch dann verlässt er dich. Was würdest du machen, wenn du die Chance hättest, in die Vergangenheit zureisen? Genau diese Frage stellt sich Cassie, als sie die Gelegenheit hat, ihre Vergangenheit zu verändern.

Serena Avanlea schickt uns mit ihrem Zeitreise-Roman „Das Glitzern des Glücks“ in das Jahr 2016 zurück, in der die Hauptprotagonistin Cassie versucht, ihre Beziehung zu dem Musiker Robert zu retten. Die Autorin hat eine spannende Geschichte um Freundschaft, Liebe, Glück und das Leben selbst gestrickt, die mich sehr berührt und nachdenklich gestimmt hat.

Dank des flüssigen und leichten Schreibstils fand ich mich schnell in die emotionale Situation und Gedankenwelt von Cassie ein, die glaubte, mit ihrem Traummann Robert glücklich zusammen zu sein, bis sich plötzlich eines Tages alles änderte. Die Emotionen und Gedanken waren so authentisch, dass ich ihr Gefühlschaos sehr gut nachvollziehen und mit Cassie mitleiden konnte. Spannung kam auf, als Cassie von einer Zeitmaschine erfuhr und daraufhin ein Erlebnis (spannend, schön) das nächste jagte. Ich war so vertieft in den Roman und in Cassie´s Welt, dass ich es regelrecht hasste, das Buch weglegen zu MÜSSEN und machte mir Gedanken, wie es weitergehen könnte. Daher mein Rat an euch: Legt dieses Buch nicht weg, sondern lest es mit einem Rutsch durch, denn es ist eine durchlesende Nacht absolut wert! Es gibt so viele unvorhersehbare, schöne und spannende Wendungen, die es mitzufiebern und zu erleben gibt, fröhliche, schöne, romantische, lebensbedrohliche und auch ein paar Hass-Momente, dass man einfach weiterlesen MUSS! Gefühlschaos beim Lesen ist übrigens vorprogrammiert. Aber ich bin dankbar dafür. Dankbar für jedes Wort, für jede neue Idee, für die Spannung und die Emotionen und besonders für Peter. Dieser Mann hat mit seinen verwuschelten Haaren und seiner Intelligenz absolut und vollkommen mein Herz erobert! ❤

Ich habe mit Peter und Cassie mitgefiebert. Mit jeder neuen Szene, jedem neuen Gedanken und Ereignis wurde es immer spannender und spannender, so dass ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen konnte. Ich MUSSTE einfach wissen, wie es mit Peter, Robert und Cassie weitergeht. Zuckersüß fand ich die Paris-Szene, ich will hier aber nicht zu viel verraten. Lest einfach selbst. ❤

Fazit:

„Das Glitzern des Glücks“ von Serena Avanlea ist ein wunderschöner, durchdachter Zeitreise-Roman voller unvorhersehbarer Ereignisse, Spontanität, Humor, Einfallsreichtum, Romantik und Liebe sowie mit authentischen Charakteren und allen Irrungen und Wirrungen der Liebe, weshalb es von mir die volle Punktzahl gibt! Vielen Dank für diese wundervolle Geschichte! ❤

Ich wünschte, ich könnte eine Ewigkeit mit Cassie und Peter verbringen ❤

Danke Serena Avanlea, dass ich diese wundervolle Zeitreise-Liebesgeschichte schon vorab lesen und bewerten durfte! 🙂

Das E-Book „Das Glitzern des Glücks“ könnt ihr ab dem 15.01.2017 >> HIER << für 0,99 Euro (Einführungspreis für einen Monat) bekommen. Danach wird das E-Book 3,99 Euro betragen. Wer schon mal in das Buch reinlesen möchte, von dem ich so geschwärmt habe, findet hier die 25-seitige dgdg_leseprobe als PDF.

 

 

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[Buchtipp] Dorothy und der Zauberer von Oz – Lyman Frank Baum

Buchinhalt:

Dorothy wird durch einen heftigen Wirbelsturm mitsamt ihrem Hund Toto in eine ganz fremde Welt geschleudert. Hier begegnen ihr die seltsamsten Wesen, alles ist ganz anders als zu Hause in Kansas. Gemeinsam mit ihren ungleichen Freunden der Vogelscheuche, dem Holzfäller aus Blech und dem feigen Löwen macht sich Dorothy auf den Weg zum mächtigen Zauberer von Oz, damit dieser ihr hilft, wieder nach Hause zurückzukehren.

Es gibt die Geschichten um Dorothy, ihren Hund Toto und den Zauberer von Oz als kostenlose Ebooks, die ihr euch hier legal downloaden könnt.

Dorothy und der Zauberer in Oz

Der wunderwirkende Zauberer von Oz

Ozma von Oz

Das phantastische Land Oz

Die Straße nach Oz

Nur um einige Zitate aus dieser Geschichte zu nennen:

„Toto, ich habe das Gefühl, wir befinden uns nicht mehr in Kansas“

„Ich möchte dich für nichts auf der Welt unglücklich machen“, rief Dorothy aus. „Also sage ich einfach ‚Auf Wiedersehen.’“

Lyman Frank Baum
geboren 1856 & gestorben 1919 in den USA

 

 

 

 

 

 

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[Buchtipp] „Halloween Night – Verwandlung“ von Alex Hill

cover-halloweennightBuchinhalt:

Halloween. Nacht der Geister und der Toten.
Als Amber am Morgen des 31.10. erwachte, beschlich sie ein merkwürdiges Gefühl, als ob an diesem Tag etwas Furchtbares geschehen würde.
Sie sollte Recht behalten.
Denn am Abend als sich der Schleier zwischen der Menschenwelt und der Geister- und Dämonenwelt lichtete, hatte es ein schrecklicher Dämon geschafft aus der Unterwelt zu entfliehen und in die Welt der Menschen zu treten. Er hatte die Menschen mit einem Zauber belegt, so dass die verkleideten Menschen augenblicklich die Figuren ihrer Kostüme annahmen. Chaos und Plünderungen regierten die Stadt, das die monströse Höllenkreatur ausnutzte und sich auf die Suche nach Seelen machte.

Wird es Amber gelingen, diesen Dämon aufzuhalten oder wird die Welt wie wir sie kennen für immer untergehen?

Dieses HalloweenNight-Buch erhaltet ihr >> HIER <<

HAPPY HALLOWEEN! 🙂

 

 

 

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[Buchtipp] „Wurzen – Meine Heimat Fotografischer Stadtführer“ von Alexondra Cooper

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Wurzen, die Geburtsstadt von Joachim Ringelnatz, liegt mitten im Herzen Sachsens zwischen den Großstädten Leipzig und Dresden und wurde zum ersten Mal urkundlich im Jahr 961 erwähnt. Die geschichtsreiche Stadt konnte bereits im Jahr 2011 ihr 1050-jähriges Bestehen feiern.
Dieser fotografische Stadtführer durch die sächsische Kreisstadt im schönen Muldental lädt Sie zum Flanieren und Verweilen in der Ringelnatzstadt ein. Lassen Sie sich von dem schönen Bildband mit über 100 Seiten und 213 Fotografien sowie der historischen Geschichte Wurzens verzaubern. Erleben Sie Wurzen aus einer anderen Perspektive, entdecken Sie nie gezeigte Fotografien und blicken Sie über die Dächer Wurzens.
Gesamtes Cover mit Vorder- und Rückseite:
Wurzen-Meine Heimat
Diesen fotografischen Reiseführer durch die Ringelnatz-Stadt Wurzen könnt ihr als Hardcover oder als Taschenbuch erwerben.
Hardcover:
Taschenbuch:
 

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[Rezension] Kolbe, Karolin – Granatapfeltage – Mein Roadtrip quer durch Spanien

granatapfeltageLeichte seichte Reiselektüre über einen Roadtrip

Dies ist eine Roadtrip-Geschichte um eine junge Frau, die von Berlin (Deutschland) mit dem Fahrrad nach Spanien reisen möchte und von ihrem Kumpel Artjom begleitet wird.

Da man in diese Geschichte aufgrund ihrer leichten Sprache und der Gegenwartsform schnell eintaucht, fühlt man sich als Teil dieser kleinen Reisegruppe und hofft auf spannende Abenteuer und atemberaubende Landschaftsbilder. Doch die Geschichte verlief leider ganz anders als gedacht.

Auch wurde ich mit der Protagonistin Greta nicht warm. Sie war so ganz anders wie ich sie mir vorgestellt hatte und ihre Emotionen sprangen unentwegt hin und her. Es ist das reinste Chaos. Sie wusste nicht was sie wollte. Selbst ihren Fahrradtrip wandelte sie nach einem platten Reifen in eine Bahn-/Tramper-Reise. Ich hatte mich anfangs richtig gefreut als ich die ersten Kapitel las und erfuhr, dass Greta und Artjom mit dem Fahrrad unterwegs quer durch Deutschland, durch Frankreich bis Spanien gemeinsam reisen wollen. Ich wollte erfahren, was sie auf dieser gemeinsamen Radtour erleben und wie sie während des Radfahrens zu sich selbst finden. Stattdessen entpuppte es sich nach nur wenigen Kapiteln in eine Reise per Anhalter und Bahn. Es war nicht mehr der Selbstfindungstrip, den ich erwartet hatte und den Greta dringend gebraucht hätte.

Die beiden Hauptcharaktere waren gegensätzlicher als gedacht. Während Artjom all das war, wie man sich einen besten Freund wünscht: treu, lieb, hilfsbereit, aufopfernd, zielstrebig, … war Greta das komplette Gegenteil von ihm. Sie war egoistisch, unselbstständig, plan- und ziellos und hat keine Ahnung, was sie eigentlich wollte, abgesehen davon vor ihren Eltern zu fliehen und sich nicht der Realität und ihren Pflichten zu stellen.

Echte Sorgen habe ich mir gemacht, als sich Greta und Artjom trennten, um ihre eigenen Reisepläne zu verwirklichen. An dieser Stelle begann ich mir ernsthafte Sorgen um sie zu machen, denn sie war zuvor bei Artjom immer gut aufgehoben und wurde von ihm umsorgt und beschützt. Doch so ganz allein auf sich gestellt, hatte ich die Befürchtung, dass Gretas Reise in einer Katastrophe endet. Das das doch nicht geschah, war eher ein glücklicher Zufall, denn ihr hätte sonst was passieren können, wäre José nicht so ein liebevoller umsorgender Mensch, der mich sehr an Artjom erinnerte.

Schön fand ich den letzten Absatz als Greta die allerletzte Postkarte an Sophie auf dem Flughafen schrieb. Ich hatte Tränen in den Augen, weil diese Szene mich so sehr rührte.

Ich finde, der einzige, der sich in diesem Roadtrip wirklich weiterentwickelt hat, war Artjom. Denn er wusste was er wollte und ging seinen eigenen Weg. Er hatte sich anfangs immer nur Greta und ihren Wünschen und Zielen gewidmet, doch dann hat er echte Durchsetzungskraft bewiesen und sich seinem eigenen Ziel gewidmet und dies durchgezogen. Das fand ich sehr schön an ihm.

Greta ist für mich eigentlich immer nur so dahingeplätschert und ist von einem glücklichen Zufall zum nächsten gestolpert ohne wirklichen Plan. Wie will es ihr dann gelingen mit ihrer Freundin Sophie ein Kind groß zu ziehen und zu ernähren, wenn sie so unselbstständig ist und sich ständig von irgendjemandem umsorgen lassen hat ohne selbst anzupacken? Ich kann mir das beim besten Willen nicht so richtig vorstellen.

Sehr schön fand ich die Thematik, dass auf das viele Essenweggewerfe aufmerksam gemacht wurde! Denn das passiert viel zu häufig und nicht nur in Spanien! Diese Thematik ist äußerst wichtig und bewegt mich sehr. Schön, dass sie in diesem Buch aufgegriffen und eingepflegt wurde!

Ich möchte das spanische Olivenöl nun auch auf Weißbrot kosten, welches im Buch so oft appetitlich beschrieben wurde. Ebenfalls habe ich noch nie Granatapfelsaft getrunken, jetzt möchte ich ihn unbedingt mal probieren, um herauszufinden, ob er wirklich so köstlich ist, da Greta immer von diesem Saft schwärmte. Ich möchte die Orte gern real bereisen, die Greta und Artjom entdeckt hatten. Denn es gefiel mir, wie die Gebäude, Städte und abgelegenen Gegenden beschrieben wurden, so dass mich die Reiseneugier packte.

Mich würde auch brennend interessieren, wie es mit Sophie und ihrem Baby weitergeht? Werden sie und Greta das Kind gemeinsam schaukeln? Werden sich Greta und José noch einmal wiedersehen oder war es nur ein kleiner Urlaubsflirt? Kommt José eventuell sogar nach Deutschland? Auch würde ich ein Wiedersehen mit anderen getroffenen Protagonisten herbeisehnen, wie z. B. Nino, den Magier und Teressa. Gibt es womöglich eine Romanfortsetzung?

In diesem Werk wurde ziemlich mit den Gefühlen des Lesers gespielt. Ich wurde regelrecht hin- und hergeworfen zwischen der Verliebtheit von Artjom, der mir immer sympathischer wurde und mein Mitleid bekam je mehr Greta ihn verletzte, und seiner Aufopferung bis hin zu seinem eigenen Weg und Greta, dem totalen seelischen Chaos. Man spürte deutlich, dass sie die Reise mit dem Rad dringend gebraucht hätte. Leider war diese dann viel zu schnell beendet. Ich hätte mir gewünscht, dass Greta während dieser Zeit zu sich selbst findet, für sich selbst, für ihre Zukunft und für ihre Freunde.

Mir gefielen die wichtigen angesprochenen Thematiken der Ökologie, der Speisenverschwendung und des Couchsurfings, die immer präsenter werden. Deshalb gebe ich diesem Werk 4 von 5 Punkten.

 

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