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[Rezension] Claire Zorn – „Klippen springen“

01 Aug

klippenspringenWunderbare Geschichte über Mobbing, Depression und echte Freundschaft

Kurzinhalt:

„Klippen springen“ handelt von einem knapp 16-jährigen Mädchen namens Hannah, die in ihrer australischen Highschool von ihren Mitschülern tag ein tag aus gemobbt wurde. Doch dies endete abrupt mit einem schlimmen Autounfall und dem Tod ihrer älteren Schwester Katie. Seither wird Hannah in Ruhe gelassen und gemieden. Als wäre dies nicht schon schlimm genug, leben sich ihre Eltern immer mehr auseinander. Die Mutter ist in ihrer tiefen Depression durch Katie`s Tod gefangen, zu nichts fähig und liegt die meiste Zeit im Bett. Hannah`s Vater ist durch den Autounfall ein Krüppel und geht an Krücken, verbraucht viele Schmerzmittel. Auto fährt er nicht mehr, denn er wird mit dem Taxi zur Arbeit gefahren, wo er sich fast den ganzen Tag aufhält. Die Eltern streiten sich öfters, Hannah hat Angst, dass sie sich scheiden lassen. Den Haushalt macht im Grunde niemand, die Einkäufe und den Haushalt übernimmt teilweise die Großmutter von Hannah. Dennoch geschieht es oft, dass der Kühlschrank fast leer ist und Hannah nichts zu essen hat. Den Höhepunkt macht zudem auch noch die Gerichtsverhandlung über den Autounfall aus, bei dem Hannah eine wichtige Rolle spielen soll. Denn ihre Erinnerungen an das Unfallgeschehen sollen entscheiden, ob Hannah`s Vater der Mörder von Katie ist, für den Hannah`s Mutter ihn bereits hält.

Mit all diesen Problemen hat Hannah täglich zu kämpfen und wandert von einem Psychotherapeuten zum nächsten, mit wenig Erfolg, und ist immer allein. In der Schule, zu Hause, immer. Dadurch, dass ihre Mutter keine große Hilfe ist, lernt Hannah selbstständiger zu werden, sich ihrer Angst zu stellen und zu kämpfen. Ich war erleichtert zu lesen, als Hannah echte Hilfe von einer neuen Therapeutin namens Anne bekam, die sie ermunterte und ihr auch hilfreiche Tipps für ihre Panikattacken gab. Ich glaube, derartige Tipps helfen nicht nur der Protagonistin, sondern sicher auch so manchem Leser. Ich fühlte und litt mit Hannah mit jeder Seite des Buches und wollte wissen, wie es ihr gelingt, diese Vielzahl von Problemen in ihren jungen Jahren zu bewältigen, da ich ihre Angst und Verzweiflung dank der gut gewählten Wortwahl deutlich spüren konnte. Ich gebe zu, dass ich teilweise sogar Tränen in den Augen gehabt hatte und Hannah gern in den Arm genommen hätte. Umso erfreuter war ich, als Josh sich allmählich in Hannahs Einsamkeit schlich, sich mit ihr unterhielt, ihr Essen mitbrachte, sie aus ihrer dunklen Erstarrung riss und sie zurück ins Leben holte. Ich habe die Szenen mit Josh regelrecht herbeigesehnt und gehofft, dass er Hannah wieder ein kleines Lächeln entlocken kann.

Auch Hannah`s Großmutter und ihre Nachbarin Mrs Van waren für mich sehr authentische Charaktere, die mit ihren Geschichten Hannah und auch mich als Leser bewegten und ermutigten, weiter zu machen, zu kämpfen und zurück ins Leben zu finden. Ich mochte ebenso die Rückblenden in das gemeinsame Leben mit Hannah`s großer Schwester Katie, um sie näher kennenzulernen. Doch manchmal hätte ich Katie echt zum Teufel gewünscht, weil ich ihr Verhalten so manches Mal nicht nachvollziehen konnte.

Dieses Buch beschreibt sehr detailgetreu, wie man sich als Mobbingopfer fühlt und welche Gedanken, Gefühle und Ängste vorherrschen. Besonders deutlich werden Einsamkeit und Panik geschildert, die jedes Mobbingopfer nur allzu gut kennt. Ich konnte mich in die jeweiligen Situationen sehr gut hineinversetzen, was auf den guten Schreibstil und der Wortwahl begründet ist.

Ich bin sehr froh, mich für dieses Buch entschieden zu haben, da es mir als Leser sehr viel gibt:

Sichtweisen auf die unterschiedlichen Situationen der einzelnen Protagonisten (Hannah, ihr Vater, ihre Mutter, ihre Großmutter etc.), denn sie haben alle unter dem Verlust zu leiden – jeder auf seine Weise.
Ebenso erhielt ich Tipps für Panikattacken und andere Situationen.
Ich lernte einiges über Musik und Freundschaften und, dass man sich seinen Ängsten stellen muss, um voran zu kommen.
Mir als Leser wurde die Kraft gegeben, nicht aufzugeben, sondern jeden Tag auf`s Neue morgens aufzustehen und zu kämpfen, damit es eines Tages besser wird. Mutig zu sein und aufrecht zu gehen, zu lächeln selbst wenn einem nicht danach ist. Danke Hannah, danke Josh und danke Claire Zorn!

Mein Tipp:

Jeder sollte dieses Buch lesen! Und jeder sollte einen Josh zum Freund haben!

Jeder, der vorhat, einen anderen Mitschüler, Arbeitskollegen, Nachbarn etc. zu mobben. Denn in diesem Buch erfahrt ihr, wie es dieser Person ergeht, welche Gedanken und Gefühle durch dieses Mobbing einhergehen.

Jedes Mobbingopfer sollte „Klippen springen“ lesen, denn hier schöpft ihr Kraft sowie Mut und erhaltet hilfreiche Tipps, um aus diesem Teufelskreis auszubrechen!

Von mir bekommt dieses Werk 5/5 Punkten, weil es so authentisch, zeitnah und realistisch geschrieben war und ich den Schreibstil der Autorin mochte. „Klippen springen“ wird für mich sicherlich nicht das letzte Buch gewesen sein, welches ich von Claire Zorn lesen werde.

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