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Schlagwort-Archive: Liebe

[Rezension] Marisa Liehner „In Amors Auftrag“

amorAmor-Roman mit wenig Liebe und Gefühl? Echt schade, hatte mehr erwartet!
Klappentext:

Keine Chance dem Klischee: Ein spannend-romantischer Roman mit einer Prise Magie

In Pias Familie dirigiert das Amor-Gen das tägliche Leben. Während ihr kleiner Bruder die Rolle des Amor übernimmt, ist sie eine Klischeebeauftragte. Ihre Aufgabe ist simpel: verhindern, dass sich in der Welt zu viele Klischees anhäufen. Dementsprechend begeistert ist sie von allem, was mit Romantik und Kitsch zu tun hat. Das ändert sich auch nicht, als sie Joshua begegnet. Er soll das Gegenstück sein, das Amor für sie ausgewählt hat. Doch Pia hat gar nicht die Zeit, sich mit ihm und den dazugehörigen Klischees herumzuschlagen, denn eine weitaus schlimmere Gefahr hat sich in ihr Leben geschlichen. Eine Gefahr, die nicht nur ihre Familie/Liebsten, sondern auch die Liebe selbst bedroht. 

Rezension:
Amor-Roman mit wenig Liebe und Gefühl? Echt schade, hatte mehr erwartet!

Die Grundidee mit den Amore und der Klischeebeauftragten 
hat mir sehr gut gefallen. Deshalb musste ich dieses Buch unbedingt
 haben, denn ich erwartete einen tollen Fantasyroman über Amor,
 der Liebende zusammenbringt etc. und ein wenig Magie, die damit
 zusammenspielt. Allerdings ist die Geschichte ein wenig anders
 als ich erwartet hatte, was an mehreren Punkten liegt, 
die ich nachfolgend ausführen möchte.
Der Schreibstil ist aufgrund seiner Wiederholungen, Widersprechungen
etc. ein wenig verwirrend. Das erste Drittel des Buches ist zäh
und langatmig und ich war versucht, das Buch einfach weg 
zu legen bzw. quer zu lesen. Denn die Autorin Marisa Liehner 
beschreibt vieles ZU detailgetreu. 
Und dann die ständigen Wiederholungen der Aufgaben der Amore etc. 
Das muss doch nicht so oft sein. Der Leser versteht es sicher nach
dem ersten und spätestens nach dem zweiten Mal!
Hat man sich aber erst einmal durch diesen laaaaangatmigen Teil
gekämpft, baut sich auch endlich mal etwas Spannung auf als eine
Gefahr droht und die magischen Ringe der Amore gestohlen werden.
 Ab diesem Zeitpunkt konnte ich das Buch kaum mehr aus der Hand
legen und wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht.
Leider bleibt der Leser nach dem Ende mit vielen Fragen zurück.
 Ich wüsste z. B. gern, woher sie die Aufträge bekommen und 
hätte mir auch die Bedrohung gern etwas ausführlicher gewünscht. 
Stattdessen wurden genau diese wichtigen Teile einfach weggelassen 
bzw. rasch abgehandelt und fertig. Wirklich schade.
 Die Geschichte ist aus Pias Sicht in der Ich-Perspektive 
geschrieben, so dass man ihre Gedanken und Gefühle noch 
besser kennen und verstehen lernt, was sie ein wenig 
authentisch macht. Sie ist eine liebenswerte junge Frau, 
die besondere Fähigkeiten besitzt und sie aufgrund ihrer Aufgabe
 kaum mehr Sinn für echte Romantik und Klischees übrig hat. 
Genervt hat mich, dass sie sich öfter selbst widersprochen 
hat. Es machte den Eindruck, dass die Autorin selbst nicht 
so genau die Aufgaben der Amore und Klischeebeauftragten kennt. 
Sie und ihr Bruder Bram wirken ein wenig flach auf mich, ich 
hätte mir mehr Tiefe und vor allem mehr Herz gewünscht. Immerhin 
sind sie Amore! Besonders was die Liebelei mit Joshua angeht. 
Irgendwie fühlte ich die Verliebtheit der beiden nicht. Es war 
nur ein ewiges nerviges Hin und Her zwischen Pia und ihm. Dabei 
hatte ich mir an dieser Stelle mehr erhofft. Diese Geschichte 
ist weniger eine Liebesgeschichte, eher eine Art kleiner Krimi, 
bei dem Teenager einen Fall aufklären müssen und dabei rein 
zufällig das Amor-Gen in sich tragen. Mit Liebe hat es wenig zu tun.
Mit Joshua wurde ich nicht wirklich warm. Der Funke sprang einfach
nicht über. Die anderen Nebencharaktere wirkten auf mich auch eher 
flach als gut ausgearbeitet. Gern hätte ich mehr über sie erfahren 
und warum sie für die Autorin so wichtig sind, dass sie in die 
Geschichte gehören.
Das Setting in Amsterdam gefiel mir prima. So konnte ich die Stadt 
mal mit anderen Augen sehen und bekannte Orte wieder besuchen.
 Das Cover ist in hellen Farben gehalten, nicht zu knallig, eher 
harmonisch miteinander in hellblau und rosa kombiniert. Gepaart 
mit einem Pfeil durch rosafarbene Zuckerwatte. Bei diesem Cover
 hätte ich wirklich MEHR Liebe und Romantik erwartet, als die 
Geschichte letztendlich hergibt. Aber vielleicht hat der 
Klappentext in dieser Hinsicht mehr gesagt als das Cover. 
Denn Pia kann mit Romantik und Klischees nichts anfangen. Schade. 
Es hätte so schön werden können. 
Ich hatte einen magisch-romantischen Roman erwartet als das, 
was er letztendlich ist.
 Fazit:
Der Roman um die Amore ist von der Grundidee her super und hatte 
mich sehr neugierig gemacht. Allerdings ist er teilweise ein wenig 
zäh und langatmig, teils auch nervig, dann auch wieder spannend.
 Aber mir fehlte einfach das Gefühl, das Herz, die Liebe und vor 
allem die Aufklärung einiger Fragen.
 Einige Handlungen erschienen mir unlogisch oder zu übertrieben. 
Außerdem war das Ende zu abrupt,
 ich hätte es gern ausführlicher gehabt. Mir fehlte einfach der 
Zauber, den die Amore umgibt, 
die Magie …
Ich vergebe insgesamt nur 3 Punkte für diesen Roman.
 
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Verfasst von - 31. Januar 2019 in Allgemein, Jugendbuch, Rezensionen

 

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[Rezension] Bianca Iosivoni „Soul Mates, Band 2: Ruf der Dunkelheit“

soulmates2Ein guter Abschluss der Dilogie

 Beschreibung:

Er sieht das Dunkle in ihrer Schönheit.
Sie sieht das Schöne in seiner Dunkelheit.
Zwei Seelen – für immer verbunden.
Doch im Kampf zwischen Licht und Schatten bedeutet ihre Liebe den Tod.

Rayne und Colt sind Seelenpartner – und ihre Liebe bringt sie in größte Gefahr. Denn Lauren, die Anführerin der Dunkelseelen, hat Rayne auf ihre Seite gezogen und versucht auf jede erdenkliche Weise, ihren Willen zu brechen. Doch Colt kämpft weiterhin für die Lichtseelen und würde alles dafür tun, um Rayne zurückzugewinnen.

 

Meine Meinung:

Das Buch setzt etwa 6 Wochen nach Band 1“ Flüstern des Lichts“ an. Rayne hat in dieser Zeit ziemlich viel Leid und Schmerz erfahren müssen und nur durchgehalten, weil sie an ihre Freunde und Familie dachte, um sie zu schützen. Dies hat sie verändert. Rayne ist eine Kämpferin geworden, hat Kampftechniken erlernt und gelernt ihre Kraft zu kontrollieren und einzusetzen und ihre Ängste zu kontrollieren. Sie ist in diesem 2. Band erwachsener, selbstbewusster und stärker geworden, teilweise auch weiser als noch im Vorgängerband. Noch immer wird sie zwischen den Licht- und Dunkelseelen hin- und hergezogen, die Lichtseelen wollen sie auf ihrer Seite wissen, Lauren von den Dunkelseelen will die Prophezeiung erfüllen, der alle Licht-, Nebel- und Dunkelseelen unsterblich machen würde. Der Kampf zwischen den Licht- und Dunkelseelen ist spannend, es gibt unglaubliche Verluste, die mir sehr ans Herz gingen und mich teilweise zum Weinen brachten, mich geschockt, traurig und auch wütend auf die Autorin (wegen des Ablebens beliebter Charaktere) zurückließen. Ich fragte mich, wieso diese Charaktere sterben mussten und wollte gar nicht mehr weiterlesen. Doch gleichzeitig wollte ich wissen, wie die Geschichte endet und ob es Rayne und Colt schaffen, Lauren aufzuhalten.

Colt ist ein wenig weicher, herzlicher, nahbarer geworden. Ich entdeckte als Leser seine andere Seite kennen und mochte ihn ein wenig mehr als im Vorgängerband. Er hatte zwar auch im ersten Band eine Beschützerrolle, aber sie war hier deutlich ausgereifter, stärker.

Zur Handlung selbst möchte ich selbst nicht allzu viel verraten, um nicht zu spoilern. Aber:

Ein Problem folgt dem nächsten, das Spannungslevel war teilweise sehr hoch, dann sank es wieder ab und ließ mich kurz erholen ehe es wieder anstieg und mich kaum zu Atem kommen ließ, weil eine überraschende Wendung der nächsten folgte.

Zwischen Rayne und Colt entwickeln sich zarte Bande – wieder. Ich vermisste anfangs die Konstellation der beiden. Aber auch Liv und Miles vermisste ich sehr, da diese in Band 2 etwas zu kurz kamen. Leider wurden manche Szenen einfach zu rasch abgehandelt, ohne große Erklärung, ohne Entwicklung, ohne großen Kampf. Die Szenen waren da und schon wieder weg, was mich ein wenig verstört bzw. verwirrt zurückließ. Hier hätte ich mir mehr Zeit erhofft, Zeit zum Verstehen, Zeit für Trauer etc. Der Kampf und das Ende … vielleicht gibt es noch eine kleine Fortsetzung, zumindest hoffe ich das, da noch nicht alle Fragen beantwortet wurden. Ich verstand auch nicht ganz den Grund für die Handlung der Nebelseelen, die doch eigentlich neutral sein sollten …

Der Schreibstil der Autorin ist wie im ersten Band angenehm flüssig und leicht in der Ich-Perspektive von Rayne zu lesen, das Spannungslevel ist größtenteils oben, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Ich habe mitgefiebert, mitgebangt, mit gelitten und geweint … ja, die Autorin wusste, die emotionalen Knöpfe zu bedienen.

Das Cover hat mich nicht ganz so angezogen. Ich mag zwar das Spiel mit den Farben (Licht und Schatten, braun und grau) und die Lichtpunkte. Der Schriftzug des Titels gefällt mir, ich mag die geschwungenen Lettern gern. Aber es ist irgendwie nicht so ganz meins.

Fazit:

Ich habe sehnsüchtig auf diese Fortsetzung gewartet, um den Ausgang der Geschichte um Rayne und Colt zu erfahren. Leider überzeugte mich dieser Folgeband nicht so sehr wie der Erste. Trotz hoher Spannung fehlte mir irgendwie die „Magie“ wie aus Band eins. Außerdem kamen einige Nebencharaktere zu kurz, die mir sehr am Herzen lagen, und Raynes „Entscheidung“ war mir zu rasch abgehandelt, ich hatte eher mit einem inneren Kampf gerechnet als mit diesem Ergebnis. Deshalb vergebe ich gute 4 von 5 Punkten für „Ruf der Dunkelheit“.

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[Rezension] Eva Völler „Zeitenzauber 1 – Die magische Gondel“

gondelEin toller Reiseführer durch Venedig um 1499 ❤

Beschreibung:

Anna verbringt ihre Sommerferien mit ihren Eltern in Venedig, ist jedoch zu sehr mit der Technik des 21. Jahrhunderts beschäftigt, als ihren Eltern zuzuhören. Doch dann geschieht das Unmögliche. Anna landet nach ihrem Sturz ins Wasser in einer roten Gondel, die sie ins Venedig von 1499 bringt und somit ihr gesamtes Leben auf den Kopf stellt.

Die Thematik der Zeitreise fasziniert mich schon von jeher, deshalb war dieses Buch für mich ein Muss. Ebenso gefiel mir die Idee, ins Venedig von 1499 zu reisen, weshalb ich sofort nach dem Kauf des Buches in die Geschichte eintauchte.

Die Spannung in dieser Geschichte war im oberen Bereich, denn Anna stolperte irgendwie von einer Katastrophe, so dass ich immer mitfieberte und hoffte, dass sie aus dieser brenzligen Situation wieder herauskäme. Allerdings war das meistens einfach gelöst. Ich hätte mir da mehr Spannung und mehr Action erhofft.

Die Liebesbeziehung zwischen Anna und Sebastiano kam mir irgendwie zu plötzlich. Ich habe zwar Annas Schwärmerei für Sebastiano vom ersten Augenblick ihrer Begegnung an mitbekommen. Doch von Sebastiano kam rein gar nichts. Entweder war er verschwunden, mit der heißen Marietta zusammen, war irgendwie pampig zu Anna oder wollte sie zurück nach Hause bringen, was zu seiner Pflicht gehörte. Ich spürte da gar keine Anziehung zwischen den beiden. Zumindest nicht bis Sebastiano im Fieber lag. Ich dachte, dass er nach seiner Genesung plötzlich umschwenken würde und behaupte, es wäre nur im Fieber gewesen. Aber dem war zum Glück nicht so. Dennoch hatte ich nicht das tiefe Gefühl gehabt, dass da zwischen Anna und Sebastiano irgendetwas lief. Hier hätte ich mir Sätze wie „Er warf mir heiße Blicke zu.“ oder „Er beobachtete mich aus seinen Augenwinkeln.“ oder dergleichen gewünscht. Aber da war rein gar nichts. Deshalb war ich sehr überrascht, als er plötzlich auch Gefühle für die Hauptprotagonistin hegte und ich fragte mich ernsthaft seit wann das so war und wie das überhaupt kam. Liebe auf den ersten Blick??? Das empfand ich anfangs als wenig glaubwürdig. Dies änderte sich jedoch mit Sebastianos Rückkehr ins Jahr 1499 als sie sich wiederfanden.

Der Schluss gefiel mir gut, denn er ließ keine Fragen offen über die ich mir wahrscheinlich den Kopf zerbrochen hätte. Es gab keinen direkten Cliffhanger, das Buch ist in sich abgeschlossen und kann als Einzelband gelesen werden. Ich fand es gut, dass für jeden (noch so kleinen Neben-)Charakter eine Lösung gefunden wurde, die mich als Leser im Großen und Ganzen zufriedenstellte. Ich fand zwar schade, dass Matthias nicht das wurde, was er wirklich erhofft hatte, aber diese Lösung hatte auch etwas Positives.

Der Schreibstil war wunderbar leicht und flüssig und gespickt mit einem Hauch Humor, der mir sehr gut gefiel und mich ein ums andere Mal zum Schmunzeln brachte, da es in der Ich-Perspektive aus Sicht von Anna geschrieben wurde. So konnte ich mich von Anfang an auch gleich gut in die Geschichte hineinversetzen und ins Venedig des Jahres 1499 abtauchen. Auch gab es einige überraschende Wendungen, die ich so nicht erwartet hatte. Besonders aber gefielen mir die Beschreibungen Venedigs im Jahr 1499. Ich konnte mir alles dank der detailreichen Erläuterungen sehr gut vorstellen, angefangen von den Gebäuden, Kleidungsstücken bis hin zu den widerwärtigen Gerüchen, wobei ich bei letzterem froh bin, dass es weder Geruchsfernsehen noch Geruchsbücher gibt *g* Selbst wie ein Gebäude in der Lagune erbaut wird, wurde super erklärt und damit eine meiner Fragen beantwortet, wie Häuser gebaut werden. Man erfuhr aber auch so einiges über Heilkräuter und Wundheilung vor 500 Jahren, was mich begeisterte. Hier wurde sehr gut recherchiert.

Auch gefielen mir die Charaktere. Anna war gut durchdacht und mutig, hatte einen tollen Humor, ich konnte in ihren Kopf und ihr Gefühlsleben kucken und ich lernte einiges über sie und auch die Autorin (besonders über ihre Lieblingsfernsehserien). Ich mochte Anna und ihre Denkweise sehr. Matthias mochte ich auch sehr gern und hätte mir ein anderes Schicksal für ihn erhofft. Mir gefiel die Freundschaft zwischen Anna und Matthias/Matteo sehr. Schade, dass sie nur kurzflächig auftrat.

Anna hatte die Tiefe, die ich bei einigen anderen Charakteren leider vermisste. Ich hätte z. B. gern viel mehr über Sebastiano erfahren und über Clarissa und verstehe noch immer nicht den Sinneswandel von Dorothea. Wieso war sie am Ende plötzlich wie ausgewechselt? Was führte sie auf diesen Weg? Irgendwie fehlt mir hierfür noch die wirkliche Erklärung, denn mit „Sie hatte sich in den falschen Mann verliebt.“ Reicht mir dafür nicht. Die Eigenschaften wurden zwar gut beschrieben, aber es fehlte mir an richtiger Tiefe, wie es eben bei Anna der Fall war. In sie konnte ich mich am Besten hineinversetzen.

Das Cover ist wunderbar verspielt. Es zeigt eine rote Gondel, die bei Vollmond durch die Kanäle Venedigs fährt. Auf diese Weise wird dem Betrachter schon ein wichtiger Hinweis gegeben, wie die Zeitreisen von Statten gehen.

Fazit:

Der Zeitreise-Roman „Die magische Gondel“ um Anna und Sebastiano ist eine gelungene Mischung aus Reiseführer, Geschichte, Fantasie, Freundschaft und Romanze und ein toller Auftakt der Trilogie von der ich mehr lesen werde. Man erhält als Leser einen wunderbaren Einblick in die Lagunenstadt Venedigs um 1499, was ein absolutes Muss für jeden Venedig-Fan ist, der mehr über diese Stadt samt ihrer majestätischen Gebäude, die Bauart und das Leben in der Vergangenheit erfahren möchte.

Es ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Zeitreise in die Vergangenheit und ich mochte sie sehr gern. Deshalb vergebe ich gute 4 von 5 Punkten für „Zeitenzauber – Die magische Gondel“.

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[Rezension] Serena Avanlea“Das Flüstern der Träume“

SerenaAvanleaGefühlvoll und spannend

„Das Flüstern der Träume“ ist bereits der dritte wunderbare Roman der Autorin Serena Avanlea.

Der Einstieg in diesen Roman gelang mir sehr gut. Ich fühlte und litt mit der Protagonistin Emma mit. Sie ist so ein herzensguter Mensch und erlebt immer nur Schlechtes. Umso schöner fand ich es, als sie ihre Leidenschaft entdeckte und ein Ziel vor Augen hatte. Ich freute mich über ihre Erfolge und kleine Radio-/Mail-Abenteuer mit Blake, lachte und weinte und bin begeistert von Emmas tollen Freunden. Zu ihnen gehört sie, denn sie sind ihre Familie. Emma ist ein gut ausgebauter Charakter genau wie Jayden und auch Blake, ihre Radiobekanntschaft hat mich auf Anhieb fasziniert und begeistert. Jayden kam mir anfangs zwar wie ein Idiot mit seiner Grummellaune vor, aber er hatte seine Gründe dafür, irgendwie mochte ich ihn trotzdem gern. Jayden ist ein faszinierender Charakter.

Serena Avanlea versteht es, die Gefühle des Lesers zu beeinflussen. Denn ich empfand immer wieder tiefes Mitgefühl für Emma und schöpfte mit ihr Hoffnung und kämpfte. Ein andermal hätte ich Emma gern an den Schultern gepackt und wach gerüttelt, weil sie teilweise auch naiv und blauäugig war.

Das Wiedersehen mit Cassie und Peter hat mich besonders gefreut. Sie sind und bleiben meine absoluten Lieblingscharaktere der Autorin ❤

Schreibstil:

Der Schreibstil der Autorin gefiel mir bereits in ihren beiden vorangegangenen Romanen sehr gut, da er sehr leicht, locker und flüssig ist, man dadurch schnell in die Geschichte einsteigen kann und das Buch unmöglich aus der Hand legen möchte. Ich hätte zu gern eine Fortsetzung dieses Romans, um zu erfahren, wie es Emma und Jayden nach dem Ende des Buches weiter ergeht und ob und wie Jayden seinen Doktor besteht. Denn von ihm hat man nur seine Dienstzeiten im Erdbeerigel erfahren.

Dieser Roman wird aus zwei Sichtweisen geschrieben – einmal erfahren wir mehr über Emma, dann gibt es wieder Szenen von Jayden. So lernt der Leser beide Hauptprotagonisten sehr gut kennen und kann sprichwörtlich in ihre Köpfe sehen. Der Wechsel zwischen den beiden Charakteren ist der Autorin gut gelungen, es gibt keine unnötigen Szenenwiederholungen. Allerdings war die Geschichte im Großen und Ganzen ein wenig vorhersehbar, was beim Lesen jedoch keinen Abbruch tat. Ich mochte die Entwicklung der Charaktere, die Stärke von Emma und die Hilfsbereitschaft ihrer Freunde sehr gern. All diese Protagonisten wirkten sehr authentisch und sympathisch auf mich, so dass ich alle nur allzu gern ins Herz schloss.

Die Handlung des Romans empfand ich als spannend, unterhaltend, emotional und abwechslungsweich.

Kritikpunkte:

Manche Szenenwechsel sind ein wenig sprunghaft, so dass ich erst einmal überlegen musste, an welchem Ort/zu welcher Zeit sich der jeweilige Protagonist gerade befindet.

Das letzte Kapitel empfand ich ein wenig zu kurz. Ich hätte mir hier mehr Infos gewünscht. Immerhin hat Emma jetzt ihren großen Tag und da hätte ich sehr gern erfahren, ob sie mega nervös und aufgeregt war und ob es ggf. Schwierigkeiten bei den Proben oder kleinere „Unfälle“ etc. gab. Das war mir doch ein wenig zu kurz. Ebenfalls hätte ich mir gern MEHR Szenen – vor allem die romantischen, in denen die Funken zwischen Emma und Jayden flogen – gewünscht. Das kam leider auch viel zu kurz.

Cover:

Das Cover ist wunderschön geworden. Es hat mich sofort auf magische Weise in seinen Bann gezogen. Das schöne Himmelblau, das dunkelhaarige Mädchen , die funkelnden Näh-Utensilien wie Nadel, Zwirn, Knöpfe harmonieren wunderbar miteinander. Alles passt perfekt auf Emma. Ich habe sie sofort in dem Cover wiedererkannt J

Fazit:

„Das Flüstern der Träume“ ist eine wunderschöne und gefühlvoll erzählte Geschichte, die den Leser auf eine Reise um Freundschaft und die Liebe mitnimmt und verschiedene Emotionen wachruft.

Ich vergebe diesem schönen Roman über das Erreichen seiner Träume 4 von 5 wunderbaren Punkten.

 

 
 

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[Rezension] Rena Fischer „Chosen 2 – Das Erwachen“

chosen2Nervenaufreibend spannend

Der Anfang: Emma wird in Senvus Corvi von Fion Farran manipuliert, während Aidan nach seinem Gedächtnisverlust ohne Erinnerungen umherirrt.

Der Einstieg in diesen zweiten Teil gelang mir gut, ich konnte mich problemlos wieder in die Geschichte um Emma, Aidan und Fion Farran einfinden. Dieser Teil startet damit, dass Emma von Fion weiter manipuliert wird, während Aidan versucht, sich in seinem neuen Leben ohne Gedächtnis zu Recht zu finden. Und dann wird es richtig spannend. Es folgt ein Ereignis auf das Nächste, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte. Hier gibt es Entführungen, Verfolgungne, Kämpfe, Manipulationen, Mobbing (zählt leider auch dazu), Tribunale, Verräter etc. Aber es gibt auch schöne Momente, in denen Liebe und Freundschaft nicht zu kurz kommen.

Mein geliebter Jared aus Band eins wird hier in einigen Szenen erwähnt, was mich sehr freute. Auch wird für eine Szene Schneewittchen mit eingewoben, was ich auch toll fand.

Emma wird in dieser Fortsetzung allmählich erwachsen und zeigt Charakter. Das hat mir gut gefallen. Ich mochte ihre Entwicklung gern, auch wenn ich sie in manchen Szenen gern gepackt und wachgerüttelt hätte, da sie sich irgendwie immer ALLEINE in gefährliche Situationen stürzt bzw. stolpert. Aber das machte irgendwie auch die ganze Spannung aus. Aidan… tja, in Band eins hatte ich weniger Bezug zu ihm, Jared gefiel mir da wesentlich besser. Aber in diesem Band entwickelte sich Aidan und zeigte auch mal seine andere, weichere Seite, die ich gern schon im ersten Band kennengelernt hätte. Aidan zeigt wieder einmal, wie mutig und hilfsbereit er ist, wenngleich er seine Gabe verloren hat. Er steht trotzdem immer Emma zur Seite und kämpft für und mit ihr. Das bewundere ich an ihm.

Fion Farran war von Anfang an nicht so mein Fall, da ich nie wusste, was er wie und warum im Schilde führte – bis zum Schluss nicht. Allerdings fand ich es schön zu erfahren, warum Fion zu dem geworden ist, der er war, das hat seinem Charakter mehr Tiefe verliehen.

Jack ist eine weitere undurchsichtige Person für mich gewesen. Ich wusste und ahnte, dass er irgendetwas im Schilde führte, aber ich stieg anfangs nicht dahinter … bis zum Showdown natürlich … und dieser hatte es in sich.

Emmas Mom mit ihren hilfreichen Ratschlägen etc. vermisste ich genauso wie Jared. Es sind für mich beide lieb gewonnene Charaktere aus Band 1, die ich hier gern irgendwie mehr wiedergesehen hätte. Denn die Ratschläge von Katharina fand ich toll. Diese wurden allerdings von Fion Farrans Ratschlägen ersetzt.

Im hinteren Teil des Buches gibt es auch endlich die von mir herbeigesehnte Aufstellung der aufgeführten Personen mit ihren Gaben und Positionen sowie den Rangordnungen von Farrans Schulen. Das hätte ich mir gern schon im ersten Band gewünscht, da es im ersten Band ohne dieses Verzeichnis sehr verwirrend war. In einem Ebook macht sich das Verzeichnis am Ende des Buches sicher nicht so gut.

Kritikpunkte:

An manchen Stellen fehlten mir einige Erklärungen, die somit ein paar Fragen aufwarfen und ich manche Szenen nicht ganz nachvollziehen konnte. Zum Glück konnte ich diese Fragen in der Lovelybooks-Leserunde der Autorin stellen. Ich hätte mir dennoch gewünscht, dass diese Erklärungen direkt ihren Weg in den zweiten Teil gefunden hätten.

Mich verwirrten auch öfter die Namen, denn Jacob, James, Jamie, Jack, Jared klingen alle irgendwie ähnlich und ich musste an manchen Stellen erst einmal überlegen, wer denn jetzt welche Person mit welchem Hintergrund war. Gut, bei Jared wusste ich, wer er war, da Jared mein Favorit aus Band 1 ist. Schade, dass er es nicht direkt in diesen zweiten Teil geschafft hat. Ich habe ihn echt vermisst.

Der Schreibstil der Autorin war wieder einmal leicht und flüssig, so dass ich sofort in das Buch eintauchte und die beschriebenen Bilder in meinem Kopf entstanden. Die Orte in New York und Irland gefielen mir. Es machte mir Spaß, sie mit Emma zu erkunden und mehr darüber zu erfahren – besonders Irland. ❤ Hier wurde sehr gut recherchiert, wobei ich auch glaube, dass die Autorin selbst vor Ort war, um das Feeling einzufangen und für uns niederzuschreiben. Interessant fand ich, dass diesmal aus 3 Perspektiven geschrieben wurde. Emma und Aidan erzählten selbst ihre Geschichten, während die von Jacob (Emmas Vater) in der dritten Person geschrieben wurde. Diese drei Handlungsstränge laufen letztendlich alle zusammen und ergeben wieder ein rundes Ganzes, auch zeitlich gesehen. Der Verlauf des Buches war an vielen Stellen für mich unvorhersehbar, so dass ich gezwungen war, das nächste Kapitel und das nächste zu lesen, obwohl ich das Buch eigentlich beiseite legen und ins Bett schlafen wollte. Die Autorin versteht es geschickt, mit den Emotionen ihrer Protagonisten und die des Lesers zu spielen.

Das Cover „Chosen – Das Erwachen“ ist silbern 😀 und das ist genau MEINE Farbe und es schillert wunderschön und glänzt und funkelt. Zudem passt es optisch mit dem weiblichen Portrait sehr gut zum ersten Band und harmoniert fantastisch. Es ist eindeutig der Gegensatz zum ersten Cover und der pinke Schrifzug des Haupttitels ist toll. Ich mag den geschwungenen Schrifzug des Autorennamen. Man könnte meinen, dass die Autorin selbst es direkt auf dem Cover signiert hat ❤ Die Farben des Covers sind gut gewählt und ich freue mich schon wahnsinnig, dieses Buch in den Händen zu halten und neben Teil 1 ins Regal zu stellen ❤

Das Ende … Das habe ich so nicht kommen sehen und zeigte mir auf, dass Fion Farran vielleicht doch ein wenig anders war, als ich zu glauben dachte. Ich hatte Tränen in den Augen und eine Gänsehaut breitete sich über meinen gesamten Körper aus. Und doch konnte ich diese Buchreihe mit dieser Abschlussgeschichte zufrieden zuklappen, denn Fragen blieben kaum mehr offen. Dankeschön.

Fazit:

„Chosen – Das Erwachen“ ist eine gelungene Fortsetzung zu seinem Vorgänger mit mehr Spannung und Action, einem abwechslungsreichen Plot und guter Recherche. Und doch habe ich den Eindruck gewonnen, dass er ein wenig gegenüber „Chosen – Die Bestimmte“ schwächelt. Mir fehlten manchmal Erklärungen, die nicht vorhanden waren und ich nachfragen musste. Aber alles in allem war es ein guter Abschluss dieser Dilogie, die ich garantiert nochmals lesen werde.

Ich verleihe dieser Fortsetzung gute 4 von 5 Punkte.

 

Ich bin sehr gespannt, welche Geschichten uns die Autorin Rena Fischer in Zukunft präsentieren wird J

 

PS: Ich bin noch immer im #TeamJared *kicher*

 
 

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[Rezension] Christian Handel „Rosen und Knochen“

51GoDuIrzAL._SX350_BO1,204,203,200_Düster, schockierend und schön zugleich

Ich mag Märchen und Märchenadaptionen in all den verschiedenen Variationen sehr. Als ich hörte, dass Christian Handel eine düstere Version von Schneeweißchen und Rosenrot veröffentlicht, wurde ich neugierig. Schon der Klappentext klingt verheißungsvoll, spannend und gruslig! Darin heißt es, dass Muireann und Rose unter ihren Decknamen Schneeweißchen und Rosenrot als Dämonenjägerinnen durch die Lande ziehen. Sie bekämpfen und jagen Wassermänner, Trolle, Hexen, Kobolde etc.

Schon allein diese Grundidee hat mir gefallen, um mich auf dieses Buch aufmerksam zu machen. Und dann dieses düstere, faszinierende Cover! Da konnte ich nicht widerstehen, ich MUSSTE dieses Buch unbedingt haben.

Mit seiner ganz eigenen Märchenversion entführt uns Christian Handel in den überaus gefährlich-geführchteten düsteren Märchenwald, der von kleinen Geisterkindern bevölkert wird und Unwesen ihr Unheil treiben. Mitten im finsteren Wald steht ein Hexenhaus, das grusliger nicht sein kann. Mehr möchte ich an dieser Stelle aber nicht verraten.

Um der Geschichte einen Hauch Dramatik, Hintergrundinformationen und Emotionen beizumischen, ist die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Muireanns Sicht geschrieben.

Ich mag den bildhaften, wortgewandten, düsteren Schreibstil des Autoren sehr. Er schreibt leicht und flüssig und sehr bildreich. Manchmal ist es sogar so gut, dass mir dank seiner Worte und der bildhaften Beschreibung einiger Szenen regelrecht schlecht wurde wie den Protagonisten selbst. Ein andermal war mir richtig Angst und Bange, ich bekam regelrechte Beklemmungen und hatte Angst, nachts vor lauter Alpträumen nicht schlafen zu können. Trotzdem las ich weiter und ich fieberte einem hoffentlich positiven Ausgang entgegen. Ja, Christian Handel versteht es mit seinen Worten, Spannung und Gefühle im Leser zu wecken und aufrecht zu erhalten. Mich hat diese Geschichte von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen, so dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte und konnte und ständig nur über den Fortgang der Geschichte nachdachte, wenn ich das Buch doch mal zur Seite legen musste.

Wunderbar gelang Christian Handel die Verwebung zweier bekannter Märchen mit Teilen schottischer Sagen und Legenden, die mich besonders faszinierten. (Lest unbedingt den Anhang!!!!!)

Die beiden Protagonisten Murieann und Rose sind vielschichtiger als ich es anfangs erwartet hatte. Besonders Murieann und ihre tiefen Gedankengänge halfen mir, sie mehr und mehr in kürzester Zeit zu mögen und sie und ihre Beweggründe gut zu verstehen. Sie wirkte auf mich realistisch und authentisch, gern würde ich sie mal real treffen. Ihre Gedankenwelt und die Rückblenden aus ihrem früheren Leben unterstützten die Geschichte in ihrer Spannung und hielten diese oben. Schade finde ich nur, dass Rose in dieser Novelle etwas zu kurz kam. Aber ich hoffe sehr, dass es noch weitere Geschichten der beiden Dämonenjägerinnen gibt und wir mehr über Rose erfahren werden! Erfrischend fand ich, dass die beiden Protagonistinnen sich bereits über viele Jahre kannten und liebten und nicht erst in dieser Geschichte zusammenfanden. So war auch der Zusammenhalt besser und verständlicher, die Gefühle intensiver und schöner wie auch die Sorge darum, Liebe und Freundschaft zu verlieren.

Mein Lieblingszitat aus „Rosen und Knochen“ ist deshalb auch: „Liebe überwindet alles. Sie hat die Macht, Flüche zu brechen. Verwandelt Frösche in Prinzen und erweckt Prinzessinnen aus ihrem Schlaf. Und Liebe kann verzeihen.“

Mir gefiel die düstere Kurzgeschichte mit dem Flötenspieler, die als kleines Extra in dieses Buch eingefügt wurde. Es ist düster, aber auch mysteriös und gut geschrieben. Der Flötenspieler ist gescheit, geschickt und hinterlistig. Christian Handel hat sein Wesen sehr gut erfasst und umgesetzt, so dass es mich gruseln würde, dem höllischen Flötenspieler persönlich zu begegnen. Ich denke selbst nach ein paar Tagen Abstand von der Novelle noch immer an den Flötenspieler zurück und frage mich, wieso wir Menschen immer glauben, jedem „Ding“ einen Namen verpassen zu müssen und über allem stehen zu wollen… Der Flötenspieler stimmt mich in dieser Hinsicht sehr nachdenklich.

Ich danke dem Autor auch sehr für all die vielen Informationen über die Märchen der Gebrüder Grimm, H. C. Andersen und all die tollen Links zu Märchen, Blogs und Hinweise über Fabelwesen. Daher mein Tipp an euch: Lest euch unbedingt das Nachwort durch, denn hier erfahrt ihr wirklich wissenswerte Hintergründe über Märchen und ihre „Beschönigung“ im Laufe der Zeit.

Das Cover von Marie Graßhoff ist passend zur Novelle schön düster und geheimnisvoll gehalten. Man erkennt Schneeweißchen und Rosenrot vor einem dunklen Wald mit einem rauchenden Hexenhäuschen. Fast schwarze Rosendornen und blutroten Rosenblätter bilden den Rahmen um das Bild mit Schneeweißchen und Rosenrot auf einer saftig grünen Wiese und versetzen das uns dargebotene Bild in eine Mischung aus fantastischen Märchen, Liebe und Grusel. Es wirkt an den Rändern zudem ein wenig frostig und neblig, was den Gruseleffekt noch anheizt. Das düstere Cover passt beeindruckend gut zu der grusligen Märchenadaption, das mir schon allein vom Betrachten ein leichter Schauer über den Rücken läuft.

Mit dem Auftakt „Rosen und Kochen“ ist Christian Handel ein wunderbar düsterer Auftakt zu den Hexenwald-Chroniken gelungen, in die ich sehr gern wieder eintauchen möchte. Ich liebe diese Novelle, sie ist eine absolute Kauf- und Leseempfehlung! Deshalb vergebe ich 5 von 5 Sternen und hoffe auf viele weitere spannende Geschichten aus dem Hexenwald!

Hinweis:

Die Geschichte ist düster und teils auch grausam, deshalb würde ich davon abraten, sie (Klein-)Kindern vorzulesen.

 

 

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[Rezension] Rena Fischer – Chosen

RenaFischer-ChosenSeiten: 464

Verlag: Thienemann-Esslinger

Klappentext:

Zwei verfeindete Clans, die sie auf ihre Seite ziehen wollen.
Ein Internat für Schüler mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, das ihr vorkommt wie ein Gefängnis.
Und ein Junge, den sie mehr liebt, als es gut für sie ist.
Zwischen Liebe und Verrat, Lüge und Verschwörung muss Emma die Wahrheit finden.
So schnell wie möglich, sonst werden sie sie kriegen. Und töten.“

QuelleThienemann-Esslinger

Spannend und fesselnd bis zum Schluss

Buchinhalt:

Emma lebt glücklich mit ihrer Mutter Rina in Deutschland bis es zu einem tödlichen Unfall kommt und Emma zu ihrem Vater nach Irland ziehen muss, um dort auf das Elite-Internat „Sensus Corvi“ für Schüler mit außergewöhnlichen Fähigkeiten zu gehen. Die Ereignisse überschlagen sich extrem im Laufe der Geschichte und Emma muss entscheiden, wem sie vertrauen kann und welchen Preis sie bereit ist für das größere Wohl zu bezahlen.

Rezension:

Zu Beginn der Geschichte wird man als Leser mitten in das Leben von Emma hineingeworfen. Man verfolgt die rasante Geschichte, die plötzlich Emma`s Leben komplett verändert fast emotionslos, da man keine Zeit zum Aufatmen hat, genau wie Emma selbst. Sie hat keine Zeit zum Verarbeiten von all dem Geschehen. Hilfreich sind für den Leser hierbei die anfangs recht kurzen Kapitel von max. 2 bis 3 Seiten. Es geht regelrecht Schlag auf Schlag, was der Geschichte Spannung verleiht und der Leser so einiges über Emma und ihre Familie sowie ihre Gabe erfährt.

Die kurzen Kapitel helfen dem Leser aber auch, um gerade durch dieses Buch zu fliegen und die Spannung im Buch zu halten, was einen Suchtfaktor bei mir auslöste. Denn ich sagte mir manches Mal, dass ich nur noch ein Kapitel lesen wollte, und weil sie so schön kurz waren, wurden es dann doch mehr als eins… Ich wollte einfach wissen, wie es weitergeht. Denn diese Geschichte hat einfach alles: Geheimnisse, Intrigen, Verrat, Vertrauen, Spione, Liebe, magische Fähigkeiten, Freunde, Moral, düstere Vergangenheiten … und einen Bad Boy, der einem ans Herz wächst ❤

Allerdings machten mir die Intrigen und Geheimnisse es ziemlich schwer, hinter die Fassade zu schauen und herauszufinden, wer die Wahrheit sagt und wer nur seine eigenen Ziele verfolgt. Ich wusste nie wirklich wer hier gut und wer böse ist. Das Verwirrspiel zwischen Gut und Böse ohne genau zu wissen, wer denn nun auf welcher Seite kämpft, ist mir allerdings lieber als gleich zu Beginn eines Buches zu wissen/zu erahnen, wie es endet. So bleibt es wenigstens spannend bis zum Schluss und das hat die Autorin Rena Fischer geschafft. Denn die Spannung war von Anfang bis Schluss greifbar, so dass es mir manchmal echt schwer fiel, abends das Buch bei Seite zu legen und schlafen zu gehen. Selbst Nachts machte ich mir dann Gedanken, wie die Geschichte weitergeht und wer Bösewicht bzw. Held ist. Doch diese wurden beim Weiterlesen gleich wieder über den Haufen geworfen und die Geschichte nahm eine ganz andere unvorhergesehene Wendung …

Aufgrund des Klappentextes hatte ich teilweise eine andere Story erwartet, hoffte auf mehr Szenen mit anderen Internatsschülern und ihren unglaublichen Gaben, von denen ich vielleicht noch nie etwas gehört hatte. Ich hoffte auf Interaktionen mit den Internatsschülern. Stattdessen landet man meist außerhalb der Schule oder im Büro des Schuldirektors, ohne Mitschüler. Ich hätte aber auch gern in so manches Schulbuch einen Blick reingeworfen oder es womöglich gleich eingesteckt und mitgenommen, weil es mich so sehr interessiert hatte. Leider hat man als Leser gar keinen Einblick in die Bücher erhalten. Es hieß stattdessen nur, dass Emma es lesen soll bzw. liest oder ihr ihr Primus erzählen soll. Doch dazu kommt es nie. Echt schade, da mich gerade DAS so neugierig gemacht hatte. Ich hoffe hier einfach mal auf den 2. Chosen-Band und mehr Aufklärung!

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und leicht, so dass ich mich schnell in die Geschichte reingelesen hatte und nur so durch die Seiten flog. Um die Spannung von Anfang an zu halten und um Aufklärung zu sorgen wurde aus zwei Sichtweisen geschrieben: Einmal aus Emmas Sicht in der Gegenwart, zum anderen aus der Sicht ihrer Mutter und ihren Erlebnissen in der Vergangenheit, da auch sie auf die Schule Sensus Corvi ging und sich zwischen Falken und Raben entscheiden musste. Ich fand es immer wieder spannend zu erfahren, wie es Rina in der Vergangenheit erging. Anfangs hatte ich zwar noch gerätselt, von wem die grau gedruckten Szenen handelten, doch als ich dahinter kam, freute ich mich auf diese Abschnitte. Sie rissen mich zwar immer aus Emma`s Geschichte heraus, aber diese Szenen waren nötig, um Rina´s Handeln in der Vergangenheit zu verstehen und auch um zu begreifen, wie Emma´s Vater und Farran in das Ganze reingehören.

Charaktere:

Mit Emma bin ich anfangs relativ schnell warm geworden, was wohl an dem gehetzten emotionalen stressigen Beginn des Buches mit seinen kurzen rasanten Kapiteln liegt. Später flachte dies allerdings wieder ab, weil sie teils zu impulsiv und naiv handelte, obwohl sie gleichzeitig intelligent, temperamentvoll und mutig ist wie ihre Mutter. Nicht verstehen konnte ich, wieso sich fast alle Typen in Emma verliebten nachdem sie ihr nur einmal begegnet sind. Ich fragte mich oft: Was macht sie so besonders? An ihrem Aussehen konnte es nicht liegen, da sie selbst oft daran herumgenörgelt hatte und lieber wie ihre beste Freundin Liz aussehen wollte. Also was ist es, was die Männerherzen zu ihr fliegen ließ?

Aidan – Mit ihm bin ich nicht wirklich warm geworden. Ich hatte das Gefühl, dass er mir einfach vor die Nase gesetzt wurde und ich mit ihm klar kommen musste. Er war mir einfach „zu perfekt“ und glatt. Es gab kein „dunkles Geheimnis“ oder dergleichen. Emotionen hatte ich bei ihm kaum erlebt, abgesehen vom Ende als er weinte. Ich konnte seinen Spagat zwischen Emma und Lynn anfangs nicht verstehen, bis es dann im Mittelteil aufgeklärt wurde. Erst da konnte ich aufatmen und Aidans hin und her mit Emmas Gefühlen begreifen.

Jared – mein Lieblings-BadBoy. Ich hatte anfangs zwar irgendwie so meine Zweifel an dem Jungen, aber ich schloss ihn schnell ins Herz, da er für Emma immer nur das Beste wollte und ihr zur Seite stand und sich sogar für sie prügelte. Er war für mich eine gute Mischung aus gut und böse und auf Typen mit dunkler geheimnisvoller Aura und dunklen Haaren stehe ich ja sowieso *kicher* Ich bin froh, dass Emma Jared kennengelernt hat! Danke, Rena! J Go, Team Jared!

An die Autorin: Ich hoffe inständig auf eine separate Geschichte über Jared, in der wir mehr über sein Leben bei den Falken und Raben erfahren und auch erfahren, was ihn an Emma so fasziniert und gefallen hat, dass er sich für sie ständig in Gefahr brachte.

Rina ist Emmas Mutter und wird in größtenteils in Rückblenden und Ratschlägen erwähnt, die man farblich/kursiv leicht vom Hauptgeschehen unterscheiden kann. Rina ist eine starke und intelligente Frau, die für sich und ihre Tochter sogar die Liebe ihres Lebens opfert und flieht. Sie hat Emma sehr gut unterrichtet sich zu verstecken, wie ich finde. Ich wünschte, wir hätten mehr als nur die wenigen Rückblenden von Rina gehabt, um mehr über sie und ihre Gefühlswelt zu erfahren. Ich mochte Rina und konnte ihr Handeln gut nachvollziehen.

Jacob – Vater ohne Gefühle. So erlebte ich ihn anfangs. Ich brauchte lange, um zu verstehen, welche Rolle er wirklich in der Geschichte spielt und wusste nie wirklich auf welcher Seite er steht – Emma oder Farran. Ich hatte oft den Eindruck, dass er zu oft und zu viel von Farran manipuliert wurde und selbst keine eigenen Gedanken mehr hat, sondern nur noch tut was Farran ihm eintrichtert.

Farran vs. Richard – ich hatte bis zum Schluss absolut keinen Plan, wer auf welcher Seite kämpft. Gut oder Böse? Ich war wie Emma so hin und her gerissen, dass ich keinem der beiden Charaktere wirklich vertraut habe. Ich dachte sehr oft an Emma`s Mutter Rina und die Gründe ihrer damaligen Flucht, denn so muss auch sie sich gefühlt haben. Beide Charaktere sind so geheimnisvoll und düster, beide irgendwie mit Rina verbunden und jeder mit eigenen Zukunftsplänen beschäftigt, dass es mir Angst machte. Besonders Farran. Der hat es meiner Meinung nach sehr in sich und erinnert mich stark an eine machtgierige Person, der die Welt mit allen Mitteln und Fähigkeiten beherrschen will. Ganz gleich, wer dabei auf der Strecke bleibt. Hauptsache, Farran bekommt seinen Willen. Ich weiß nicht genau, wie alt Farran in dieser Geschichte ist, aber seine Pläne reichen weit zurück in die Vergangenheit und auch weit in die Zukunft hinein. Er ist ein wahrer Stratege und Manipulant, dass es schon sehr beeindruckend auf mich wirkte. Ja, Farran ist beeindruckend, aber auch sehr Furcht einflößend.

Emma´s beste Freundinnen Liz und Faye mochte ich beide gern. Ich hätte gern viel mehr über sie erfahren. Ihre Auftritte im Buch waren leider VIEL zu kurz. Ich hatte die beiden schon in mein Herz geschlossen, schon waren sie wieder von der Bildfläche verschwunden. Bitte mehr über Faye und Liz, die Emmas beste Freundinnen sind.

Es tauchten auch andere Charaktere auf – meist männlich –, denen ich irgendwie von Anfang an nicht traute und ahnte, dass sie etwas aushecken und Emma schaden wollen. Meist blieben ihre Auftritte jedoch nur kurz und sie verschwanden wieder, so dass ich mich frage, ob es sinnvoll war, sie überhaupt zu erwähnen. Denn die Masse an Protagonisten, Rängen, Gaben etc. verwirrte mich manches Mal sehr.

Das Buch hat mich am Ende etwas atemlos und voller Gedanken zurückgelassen. Ich wollte einfach nicht, dass es die letzte Seite dieses ersten Bandes gelesen ist und habe es so lange wie möglich hinausgezögert. Aber dann war es doch passiert. Die letzte Seite war gelesen und ich stand da und wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Ich trauere lieb gewonnenen  Protagonisten hinterher und sorge mich sehr um andere… Ich werde auf jeden Fall auch den 2. Band von CHOSEN lesen, da ich wissen will, wie alles aufgelöst wird. Außerdem hoffe ich sehr auf all die Erklärungen, die im ersten Band so viele Fragen aufgeworfen haben. Und vielleicht … vielleicht werde ich sogar noch mit Aidan warm und verzeihe der Autorin, dass sie meinen Lieblingscharakter in diesem ersten Teil getötet hat!

Zusammenfassung:

Was hat mir an Chosen 1 gut gefallen?

– Da wären zum einen das wunderschöne Cover in schwarz und silbern. Meine absoluten Liebingsfarben. Von daher MUSSTE ich dieses Buch unbedingt haben. Hier hat der/die Coverdesignerin voll meinen Geschmack getroffen. Ich bin sehr gespannt auf das Cover von dem 2. Chosen-Buch.

– Mir gefiel die Geschichte, die Grundidee und auch die Spannung, die aufgrund der anfangs sehr kurzen Kapitel im gesamten Werk gehalten wurde.

– Das Verwirrspiel zwischen Gut und Böse gefiel mir gut, weil ich nie wusste, was als nächstes geschieht.

– Die Rückblenden von Rina, die hellgrau gedruckt sind.

– Mir gefielen die Ratschläge von Emmas Mutter Rina, die Emma immer in Gedanken abrief, wenn sie in einer entsprechenden Situation war.

– Der Ort an dem die Geschichte spielte: Irland und Internat für Begabte! Wo bitte kann ich mich für die Schule anmelden? 😉

– Ich mag den leicht flüssigen Schreibstil, die Wortwahl und die Umsetzung des Gedankengerüsts der Autorin sehr. Ich hoffe auf weitere tolle Bücher von Rena Fischer!

 

Was hat mir an Chosen nicht so gut gefallen?

– Der Tod meines Lieblingscharakters. Erstens hatte ich gehofft, ihn im 2. Band wieder zu begegnen und zweitens ging mir sein Tod viel zu schnell von Statten.

– Emmas Charakter war teils merkwürdig. Auf der einen Seite erschien sie mir stark und selbstständig, mutig und charakterstark, dann war sie wieder stur, impulsiv und nahm alles einfach so hin wie es ihr jemand vorgab ohne Nachzufragen. Da hatte ich manchmal den Gedanken, dass sie gehirnmanipuliert wurde. Mich störte auch, dass sich fast jeder spontan in sie verliebte.

– Wie ich in der Lovelybooks-Leserunde zum Buch bereits schrieb, wäre es sehr hilfreich gewesen, im Glossar des Buches die Charaktere und ihre Gaben sowie die Ränge der Falken näher darzustellen. Denn so bin ich irgendwann ab etwa Mitte des Buches gar nicht mehr mitgekommen. Auch wusste ich nicht mehr, welche Aurafarbe welche Gefühle zeigte, auf die Emma entsprechend reagierte. Hier wäre auch eine Auflistung hilfreich gewesen. Ich hoffe somit inständig auf den 2. Band!

– Die Prüfung Emma´s, um auf „Sensus Corvi“ als vollwertiges Mitglied angenommen zu werden. Es war einfach zu lasch. Ich hatte mehr Spannung und mehr Kampf erwartet.

 

Von mir gibt es wunderbare 4 von 5 Punkten für den schönen Schreibstil, die spannende Geschichte und die wunderbaren unterschiedlichen Charaktere!

Ich bedanke mich bei der Autorin Rena Fischer und bei Lovelybooks für die tolle Leserunde und den angenehmen Austausch mit der Autorin und weiteren Lesern. Auch danke an den Thienemann-Verlag für das Leseexemplar, dass ich mit Garantie noch mehrfach lesen werde! Dankeschön!

 

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