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Rezension: Andreas Eschbach – Love Hacking – Liebe im Jahr 2064

Der Autor Andreas Eschbach wurde von “Bild der Wissenschaft” gefragt, ob er für die Jubiläumsausgabe zum 50-jährigen bild-der-wissenschaft-02-2014Bestehen der von Prof. Dr. Heinz Haber gegründeten Zeitschrift eine exklusive Sci-Fi-Kurzgeschichte schreiben wolle. Bedingungen: Kurzgeschichte und ohne Aliens… So verkündete es der Autor auf seiner Google+ Seite.

Herr Eschbach sagte zu und schrieb die Kurzgeschichte “Love Hacking – Liebe im Jahr 2064“, eine Geschichte über Service-Roboter der speziellen Art, die im Heft 02-2014 auf 7 Seiten + Cover erschienen ist. Die Geschichte beginnt auf Seite 96 und endet auf 103.

coverInhalt der Kurzgeschichte:

Romina möchte sich verlieben. Zu diesem Zwecke konsultiert sie den Ratgeber: Love Hacking -So finden Sie den Mann fürs Leben, 15. überarbeitete Version 2060. Tatsächlich kommt es auch zu einem Erstkontakt. Aber mehr auch nicht. Denn die Menschen sind in Sachen sexueller Interaktion nicht konkurrenzlos; es gibt eine industrielle Lösung: die Tenderbots.

Ich, als begeisterter Eschbach-Fan, MUSSTE diese Story unbedingt lesen und bin wieder einmal vollends begeistert von seinen Zukunftsvisionen!

Für das Cover dieser Science-Fiction-Story gab es drei Bilder zur Auswahl, die im Heft “Bild der Wissenschaft 02-2014″ auf Seite 3 abgebildet sind. Meiner Meinung nach, wurde sich hier für das beste Cover (Cover 3) entschieden, da es eine gelungene Mischung aus der Verbindung Mensch-Roboter in der Zukunft widerspiegelt und auch die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen Mensch und Roboter darstellt. Cover eins ist mir zu sehr überarbeitet und die Roboteraugen machen mir Angst. Cover 2 ist eher für eine Geschichte, die meiner Meinung nach in den 70er Jahren spielen könnte.

Die Kurzgeschichte um Romina ist gut aufgebaut. Als Leser hat man das Gefühl, sich wirklich im technologisierten Stuttgart im Jahr 2064 zu befinden. Es gibt selbst gesteuerte Autos, Daten-Kontaktlinsen, die mit dem Internet verbunden sind, kranke Menschen werden von Robotern gepflegt und umsorgt, computerisierte Kleidung überwacht permanent den Gesundheitszustand von Menschen, Solarstrom, Facebook im Weltsicherheitsrat, der durch Kabel unterm Mittelmeer transportiert wird usw. Also alles in allem eine sehr technologisierte Gesellschaft, die jedoch auch ihre Nachteile hat: Es gibt viele ältere pflegebedürftige Menschen, doch kaum Kinder (und wenn dann nur in Ghettos vor den Großstädten und selten in der Stadt) und einen Überschuss an Frauen. Der Autor griff gekonnt wichtige Thematiken der Gegenwart (Strom, Pflegekräftemangel, Facebook, Technologie, Umwelt, …) auf und erarbeitete eine eigene Zukunftsvision, die er mithilfe seiner Wortgewandtheit dem Leser nahebringt.

Schmunzeln musste ich, als ich bei den Szenen LAN-Party der Eltern sowie AmaZoogle-Coins (Amazon+Google???) und Facebook im Weltsicherheitsrat angelangte. Aber wer weiß, vielleicht werden diese Zukunftsvisionen doch eines Tages wahr?!?

Geschrieben wurde diese exklusive Sci-Fi-Story aus Sicht eines Erzählers in Vergangenheitsform, die das Geschehen der Protagonistin Romina und des Protagonisten Julio dem Leser nahe führen. Der Aufbau der Story ist logisch nachvollziehbar und in Kapitel aufgebaut.

Die Kurzgeschichte unterteilt sich in folgende Kapitel:

– Pflegeroboter haben die Niedriglohnkräfte ersetzt
– Solarstrom fließt durch Kabel unterm Mittelmeer
– Erst die Zigaretten, dann das Bargeld abgeschafft
– Facebook hat einen Sitz im Weltsicherheitsrat
– In der Stadt gibt es schon lange keine Kinder mehr
– Menschen sollen endlich Roboter heiraten dürfen

Zusätzlich gibt es zu den Situationswechseln einen Auszug aus dem Buch “Love Hacking – So finden sie den Mann fürs Leben!” von Alice Joy, die jeweils den nächsten Absatz einleiten.

Ich für meinen Teil finde diese Geschichte mit ihren technologisierenden Fortschritten sehr gut gelungen, wobei mir die Daten-Kontaktlinsen in der jeweiligen Wunschfarbe, die ferngesteuerten Autos (unfallfreies Fahren?) sowie die Pflegeroboter gut gefallen. Nachteil ist leider der chronische Nachwuchsmangel in den Städten, die Unkenntnis über Pflanzen und die Natur im Allgemeinen, die Überwachung jedes einzelnen mittels Technologie. Da stellt sich mir die Frage: Wird uns irgendwann die Technik übernehmen und eines Tages steuern?

Ich verbinde mit dieser Geschichte zwei tolle Sci-Fi-Filme. Zum einen ist es “Der 200-Jahre Mann” mit Robin Williams, zum anderen ist es ein Film aus dem Jahr 1987 von Steve De Jarnatt mit Melanie Griffith”Cherry 2000″, den ich selbst heute als Erwachsene noch liebe (selbst wenn er überall schlecht gemacht wird). Ich finde die Storys der Filme sehr gut und vielversprechend.

Ich möchte aber an dieser Stelle nicht zu viel verraten, denn ihr sollt diese exklusive Kurzgeschichte selber lesen ;)

Fazit:

Diese tolle Kurzgeschichte in “Bild der Wissenschaft 02-2014″ ist ein MUSS für jeden Eschbach-Fan sowie für Liebhaber von Sci-Fi, Zukunftsvisionen und Robotern ;)

Die Story ist so gut geschrieben, dass ich gern über das Ende hinaus weitergelesen hätte, so fasziniert war ich von den Worten Eschbachs und dessen Zukunftsvisionen. Von mir gibt es für diese spitzen Kurzgeschichte 5 / 5 Punkte.

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Rezension „Ausgebrannt“ von Andreas Eschbach

4 Euro je Liter Benzin? Bald Realität?

Andreas Eschbach führt uns in seinem Öko-Thriller„Ausgebrannt“ vor Augen, was geschieht, wenn das Öl dieser Welt sich dem Ende neigt bzw. nicht mehr so viel Öl gefördert werden kann, wie verbraucht wird, nachdem die Menschheit ihren eigenen Planeten ausgebeutet hat. Es gibt einen Zusammenbruch der Wirtschaft. Der Ölpreis und somit der Benzinpreis steigt täglich, so dass sich bald keiner mehr leisten kann, sein Auto zu benutzen. Diebstähle und Chaos stehen an oberster Tagesordnung. Firmen gehen Pleite, Menschen werden arbeitslos, Autos und Maschinen stehen still, der Kampf um das Überleben hat begonnen…

Zeitgleich verfolgt man eine spannende Schilderung eines einfachen Mannes, Markus Westermann, der seit seiner Kindheit davon träumt, dass für ihn der amerikanische Traum in Erfüllung geht. Er geht in die USA und nimmt einen kleinen Job an ehe er auf Karl Walter Block trifft und mit ihm seine Chance sieht, sich seinen Traum zu erfüllen.

In diesem über aus gut recherchierten, fantasiereichen Werk Eschbachs wird aufgezeigt, wie der Alltag ohne Öl aussehen könnte. Mit seinen frappierenden Fakten wird der Leser/Zuhörer über die Ölsituation wachgerüttelt, denn kaum etwas funktioniert heutzutage noch ohne Öl. Deshalb versucht der Protagonist der Geschichte auch mit Hilfe seines Freundes Karl Block eine Methode herauszufinden, wie die Wirtschaft wieder angekurbelt werden kann.

Auf diesem Weg werden den beiden Charakteren viele Steine in den Weg gelegt. Es reicht von Betrug bis hin zu versuchtem Mord, dem Verschwinden von Personen etc. Ebenso geht es um Familien, Zusammenhalt, Freundschaft uvm.

Die einzelnen Charaktere dieses Thrillers machen im Verlaufe der Story interessante Wandlungen durch, welche durch die Veränderungen der Welt um sie herum hervorgerufen wird. So fühlt sich manche intelligente und starke Persönlichkeit dem Druck, welche auf ihr liegt, nicht gewachsen und sie verschwindet. Ein anderer entwickelt kriminelle Energien, andere wachsen aus sich heraus und entdecken ihre Fähigkeiten.

Viele Handlungsstränge und Personengruppen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, führen letztendlich alle zu einer ereignisreichen und spannenden Geschichte, die an Spannung mit jeder Seite zunimmt und selbst nach dem Fertiglesen des Buches zum Nachdenken anregt.

Das Buchcover besticht durch seinen blutigen, ausgedörrten Rotton mit alten, übereinander gestapelten Ölfässern und einem Titel, der einen Hinweis auf den fesselnden Buchinhalt gibt.

Fazit

Diesen guten Mix aus Thriller, Realität und guter Recherche über die einzelnen Bereiche, Länder und Sitten sollte man unbedingt gelesen haben, um verstehen zu können, welches Chaos auf uns zukommen könnte, wenn wir weiterhin vom Öl abhängig bleiben!

Von mir gibt es für dieses tiefsinnige zum Denken anregende Werk 5/5 Punkte.

Eschbach`s Werken merkt man an, dass er eine Liebe für Details und Recherchen hat sowie, dass er sich sehr viele Gedanken über unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft macht.

Produktinformationen

  • Taschenbuch: 752 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Verlag); Auflage: 5 (8. Dezember 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3404159233
  • ISBN-13: 978-3404159239
  • Preis: 9,99 Euro
  • Hörbuch: ja
 

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