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Archiv für den Tag 13. April 2018

[Rezension] Jennifer Alice Jager „Empire of Ink 2 – Die Macht der Tinte“

ink2Besser als sein Vorgänger

Beschreibung:

Endlich kennt Scarlett die wirkliche Bedrohung ihrer Welt und die liegt nicht in den Bewohnern des Empire of Ink, dem Königreich, das einst durch die Macht des geschriebenen Wortes erschaffen wurde. Die eigentliche Gefahr lauert in der Organisation, die dieses Volk jagt. Um das Tintenreich vor dem Untergang zu bewahren, bleibt Scarlett nur eine Möglichkeit: Die Flucht vor dem Mann, der sie liebt, in eine Welt voller Drachen, Könige und Magie…

Ich hatte kaum den ersten Band beendet, musste auch gleich der Folgeband her. Denn ich konnte es kaum erwarten zu erfahren, wie die Geschichte um Scar, Finn und die beiden Welten weitergeht. Ich wollte auch endlich in die Tintenwelt eintauchen und nicht nur ständig davon lesen. Und ich wurde belohnt. In diesem Band tauchen wir sogar 2 Mal in die Tintenwelt ein! J

Die Entwicklung der Charaktere von Finn und Scar war gut gelungen. Sie wuchsen mit ihren Aufgaben, trotz aller Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Wir erfuhren auch endlich mehr über Finn und über Scarlett, wer sie sind, wer ihre Eltern sind und wo sie herkommen. Das fand ich sehr spannend. Auch hat mir die sich stets verändernden Tintenwelt sehr gut gefallen. Die Brutalität in diesem Werk war allerdings auch wieder sehr greifbar, so dass ich manchmal kräftig schlucken musste.

Toll fand ich, dass der Leser dieses Romans indirekt mit einbezogen wurde – eben als Leser, der das Tintenreich mit seiner Fantasie ebenso beflügelt wie die Autoren. Das hat mir richtig gut gefallen! Es erinnert mich stark an „Die unendliche Geschichte“ mit Bastian, dem Leser, der letztendlich auf Fuchur fliegt. J

Die Autorin verweist in diesem Roman immer wieder mal auf Szenen bzw. Ideen aus Michael Ende´s Geschichten „Momo“ und „Die unendliche Geschichte“. Diese sollte man also besser kennen, wenn man diesen Jugendroman liest, damit man weiß, wovon die Rede ist.

Schön fand ich, dass wir zwar diesmal auch wieder mit dieser Geheimorganisation zu tun bekommen hatten, aber wir tauchten auch gleich 2 Mal in das fantastische Tintenreich ein, das sehr abwechslungsreich ist. Schade, dass die letzte Szene so knapp gehalten wurde. Ich hätte gern mehr erfahren. Von mir aus hätte diese Geschichte gern noch ein oder zwei Kapitel mehr haben können … vielleicht sogar mit ein wenig Kitsch und Klischee behaftet … So war es einfach zu schnell zu Ende. Ein Epilog wäre wirklich schön gewesen!

Die Autorin schreibt auch in diesem Band angenehm leicht, so dass kaum Langeweile aufkam und ich kaum das Buch aus den Händen legen konnte. Allerdings störten mich die ZAHLREICHEN Fehler. Denn je weiter man im Buch vorankommt, desto häufiger treten Rechtschreibfehler auf, was tierisch nervte. Entweder waren gleich die letzten Buchstaben eines Wortes „spurlos verschwunden“ oder es saßen die falschen Buchstaben mitten im Wort oder es befanden sich falsche Worte an Satzstellen, die gar nicht dorthin gehörten, so dass man ständig beim Lesen stolperte. Hier hätte der Lektor noch mal richtig drüber lesen sollen, selbst wenn er die Geschichte bereits kannte. Aber so macht es echt keinen Spaß!

Das Cover ist auch wieder gelungen. Ich mag die dunkelblaue Tintenfarbe der magischen Tintenwelt und das blaue Schimmern zwischen den Welten. Blau ist eh meine Lieblingsfarbe, grins. Deshalb hat mich das Cover auch so sehr in seinen Bann gezogen.

Die Auflösung der Geschichte hat viele Fragen beantwortet, aber eben nicht alle. Ich verstehe noch immer nicht: (ACHTUNG SPOILER!)

– Wenn TINTE das alles Entscheidende ist, wieso schreibst Scar dann mit Bleistift in ein Notizbuch? Oder ist das Notizbuch nun magisch? Und wieso funktioniert das Notizbuch überhaupt, wenn das Cover doch schon gedruckt wurde und die Tinte niemals ihren Weg in das Notizbuch fand? Wieso konnte es dann funktionieren? Die gegebene Antwort hat mir nicht ausgereicht, es war einfach ungenügend, nicht zufriedenstellend.

– Woher wusste Lanceron, wann und wo Finn und Scar seine Hilfe benötigten als sie im Schloss von Morgain waren? Und wie konnte sich dieser riesige Drache vor Morgain und ihren Schergen versteckt halten ohne entdeckt zu werden?

– Wieso lässt sich Scar immer wieder von einem gewissen Soldaten küssen, wenn sie doch keine Gefühle für ihn hegt? Klar redet sie sich ein, dass sie ihm nicht weh tun will. Aber ich denke eher, dass ihn diese Aktionen im Nachhinein nur noch mehr schmerzen.

– Ist es Zufall, dass die böse Hexe Morgain im Tintenreich und Morrgan in der Menschenwelt ähnliche Namen haben und beide böse Charaktere sind?

Fazit:

Dieser Band hat mir deutlich besser gefallen als sein Vorgänger, was schon allein daran lag, dass wir ENDLICH in das Reich der Tinte eintauchen und es besser kennenlernen konnten. Auch mangelte es diesmal nicht an Spannung, es schien auch realistischer zu sein. Deshalb kann ich guten Herzens 3,5 von 5 Punkten vergeben.

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Vielen herzlichen Dank 🙂

 

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[Rezension] Ava Reed „Die Stille meiner Worte“

moGroße Gefühle!

Klappentext:

Hannah hat ihre Worte verloren. In der Nacht, als ihre Zwillingsschwester Izzy ums Leben kam. Wer soll nun ihre Gedanken weiterdenken, ihre Sätze beenden und ihr Lachen vervollständigen? Niemand kann das. Egal, was Hannahs Eltern versuchen, sie schweigt.
Um Izzy nicht loslassen zu müssen, schreibt sie ihr Briefe. Schreibt und verbrennt sie. Immer wieder.
Hannah kann der Stille ihrer Worte nicht entkommen. Bis sie Levi trifft, der mit aller Macht versucht herauszufinden, wer sie wirklich ist …

 

Buchaufbau:

Mir gefällt gleich zu Beginn die Musikliste ehe die Geschichte beginnt. So habe ich mir gleich bei Youtube die Playliste zusammengestellt und finde dadurch sicher noch schneller in die Geschichte hinein. Das gefällt mir prima 🙂

Beim schnellen Durchblättern erkennt man, dass die Kapitel recht kurz gehalten sind und am Ende immer ein Brief von Hannah zu finden ist … mit Tintenklecksen. Ich finde die Briefe an Izzy schön.
Schön finde ich die kursiv geschriebenen Erinnerungen an Izzy von Hannah und auch Levis Erinnerungen. Auf diese Weise lernt man Hannah, Levi und Izzy genauer kennen und ich schmunzele dabei. Schmunzle wie sie Lasagne essen oder Mo verteidigt. Izzy ist ein fröhliches Mädchen, voller Power. Ich vermisse sie jetzt schon, dabei kenne ich sie noch gar nicht richtig …

Charaktere:

Ich litt und hoffte, weinte und freute mich mit Hannah mit. Ich erfuhr nach und nach ihre Geschichte und konnte mich gut in Hannah und ihre Geschichte hineinversetzen, da sie stückchenweise ihre Erlebnisse und Gedanken mit uns teilte. Hannah ist ein tiefgründig aufgebauter Charakter, ebenso wie Levi. Er rührte mich immer wieder, mit seiner Geschichte und seinen vorsichtigen zaghaften Versuchen, Hannah zu helfen, sie zu retten. Ich mochte seine Art und seinen sanften Humor, der mich zum Schmunzeln brachte. Ich finde, es sollte mehr Levi´s auf der Welt geben!

Kater Mo ist am Besten getroffen: manchmal kratzbürstig und eifersüchtig wie auch schüchtern, aber auch fürsorglich, treu und wie eine Samtpfote liebevoll und verfressen. 😀 Ich habe den Kater von Beginn an in mein Herz geschlossen. ❤

Schreibstil:

Ich liebe den sanften Schreibstil, es ist wahrlich ein Genuss. Vielleicht ist es wirklich besser, wenn man dieses sanfte Werk langsamer liest, genießt und fühlt als schneller durchzurasen und an all den Emotionen gar nicht richtig teilhaben kann.

Außerdem bin ich begeistert von all den wunderbaren Worten und Sätzen, dass ich in diesem Roman permanent wunderschöne und passende Zitate entdecke, die ich mir markieren musste, um sie immer wieder nachschlagen zu können. Dankeschön.

Achtung, Spoiler!

Was ich nicht ganz nachvollziehen kann, ist: Izzy starb durch einen Brand, weil Hannah Kerzen entzündet hat und die Flammen dann alles andere erfasst haben. Aber wieso trägt Hannah immer Streichhölzer mit sich und verbrennt die Briefe an Izzy? Hat sie denn keine Angst, dass es wieder zu einem Brand kommt? Ich glaube, ich wäre auf Dauer „feuergeschädigt“ und würde für lange Zeit kein Feuer mehr sehen bzw. entzünden können. Wieso kann Hannah das? Oder glaubt sie, dass dadurch ihre Briefe bei Izzy ankommen, gerade weil sie durch einen Brand gestorben ist?

Ich bin froh, dass die zarte Liebe zwischen Levi und Hannah nicht so stark in den Vordergrund gerückt ist, sondern im Hintergrund blieb, aber doch so viel tiefer war.
Das Ende ist so schön … mir fehlen die Worte. Dafür habe ich Tränen in den Augen und überall Gänsehaut … Danke. Danke für diese wunderschöne, rührende Geschichte, die mich mehr bewegt hat als alles andere. Danke.

Cover:

Auf den ersten groben Blick ähnelt das Cover einem großen Tintengekleckse aus verschiedenen Aquarell-Blautönen. Doch sieht man genauer hin, entdeckt man viele kleinere ausgearbeitete Details. Zum einen sieht man Hannah mit Kater Mo auf dem Cover, Möven, die durch die Luft schweben und sich treiben lassen und einen Hauch von Freiheit erahnen lassen, Tintenkleckse aus den Briefen an Izzy und eine gestreifte Katze auf der Rückseite … eine Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Die blauweißen Farben harmonieren gut miteinander und erinnern irgendwie an das Meer, an das Rauschen der Wellen, die immer wieder in veränderter Form ans Ufer zurückkehren … und doch nie ganz verschwinden.

Fazit:

„Die Stille meiner Worte“ ist eine sehr intensive Geschichte voller Emotionen für die man sich Zeit nehmen sollte. Dieser Roman um Hannah und Levi ist so einzigartig, rührend und wunderschön, dass mir selbst die Worte fehlen und ich nur sagen kann: 5 von 5 Punkten mit Extra-Sternchen! Danke, Ava Reed! Danke für diese wundervolle Geschichte!

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Vielen herzlichen Dank 🙂

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