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Rezension „Sternenschimmer“ von Kim Winter

27 Nov

Kurzbeschreibung:

Ob die Sterne wussten, dass diese Nacht Mias Leben verändern würde? Sie erleuchteten den ganzen Himmel, als Iason mit den anderen Flüchtlingen auf der Erde landete. Jetzt steht er vor ihr. Eine dunkle Stille geht von ihm aus, doch seine graublauen Augen scheinen ins Innerste von Mia zu blicken. Augen mit der Anziehungskraft eines schwarzen Lochs. Augen, in die sie hineinfällt. Sie lassen Mia vergessen, dass es eigentlich nicht sein kann: eine überirdische Liebe, die Welten überbrücken muss. Und jeder Tag, der vergeht, bringt den endgültigen Abschied näher. Denn Iason ist nur Gast auf der Erde. Auf seinem Heimatplaneten Loduun herrscht Krieg und Iason ist als Wächter vorbestimmt, sein Volk zu beschützen.

Außerirdisch schimmernd schön!

Kim Winter entführt den Leser in der Zukunft der Erde und der Menschheit, in der es aufgrund der Umweltverschmutzung zu drastischen Problemen für unsere Nachfahren führte. Die riesigen Eisberge an den Polen schmolz, die Meere stiegen an, Landmassen versanken im Wasser, Städte und Dörfer verschwanden, die Ozonstrahlung wurde immer schlimmer… Letztendlich starben unglaublich viele Menschen und die, die überlebten, mussten sich auf engstem Raum flüchten und ihren unter einer Glashalbkugel verbringen und in Häusern leben, die man teilweise nur über 3 – 4 etagige Rolltreppen erreichen kann. Es gibt Berge, die direkt ans Meer angrenzen, da der Wasserspiegel so immens anstieg…

Dieses Umweltproblem wird immer wieder in dieser Geschichte als roter Faden aufgegriffen / erwähnt, um auf die Umwelt um uns herum aufmerksam zu machen, damit wir etwas dagegen tun können. Nur so könnten wir vielleicht solch eine Katastrophe – auch wenn sie hier nur reine Fiktion ist – verhindern oder ist es dafür schon zu spät???

Die 17-jährige Mia meldet sich zu einem sozialen Programm an, um schutzbedürftige Kinder des Planeten Loduun liebevoll aufzunehmen und sie in das Leben auf der Erde einführen, da auf ihrem Planeten Krieg herrscht. Dabei lernt sie selbst nicht nur das Lieben, Spielen und Lachen mit den Kindern, sondern sie begegnet auch Iason, einem jungen Loduuner (18 Jahre), dessen saphirblaue leuchtende Augen sie nicht nur einmal in seinen Bann ziehen. Anfangs gestaltet sich die Kennlernphase der beiden mehr als schwierig, so dass man wirklich den Eindruck hat, dass Männer vom Mars und Frauen von der Venus stammen. Nicht selten gibt es deshalb Reibereien zwischen den beiden. Jedoch bringt Gefahr, Entführung, Mord, Einbruch etc. die beiden näher und näher. Mia erfährt über Iason vieles, was noch kein Mensch über Loduuner wusste und auch erst einmal nicht wissen sollte, da die meisten Menschen noch Angst vor den neuen Erdenbewohnern haben. Das bekommt auch Iasons kleine Schwester Hope mehr als deutlich zu spüren.

Dieses Werk ist in drei Teile unterteilt und einleitend mit kurzen Gedichten versehen, die den Einstieg in das nächste Kapitel erleichtern und den Leser wundervoll auf das Kommende vorbereitet.

1. Teil – Irgendwann im Frühling

2. Teil – Der folgende Sommer

3. Teil – Goldener Herbst

Kim Winter versteht es mit ihrer Geschichte die verschiedensten Gefühle im Leser herauszukitzeln. Sei es nun herzhaftes Lachen und Schmunzeln, Weinen oder Ängstigen, Mitfiebern und Mitbangen… Sie versteht es großartig, diese Gefühle dem Leser zu entlocken!

Einen herzhaften Lachanfall bekam ich, als ich die Seiten 154 – 157 mit der „Rettich-Szene“ las. Da konnte ich mich absolut nicht mehr halten vor Lachen und kicherte selbst nach einer Weile des Weiterlesens leise weiter. Diese Szene ist einfach der fantastisch und die Idee mit dem außerirdischen Supergehör genial und geschickt umgesetzt.

Ebenso bangte ich jedes Mal mit Mia mit, als das Thema von Iasons Heimkehr aufkam. Ich konnte mit ihr fühlen und verstand, weshalb sie so handelte, wie sie eben handelte.

Brenzlig wurde es im Verlauf der Geschichte immer wieder als der bösartige Lokondra auftauchte. Schon allein bei seinem Namen und den beschriebenen stechend grünen Augen wurde mir manchmal mulmig zu mute, so dass ich einfach weiterlesen musste, um zu wissen wie die jeweilige Situation ausgehen wird.

Die Charaktere sind wundervoll beschrieben und dargestellt, so gibt es neben Mia und Iason, der schöne Außerirdische (dem „eingebildeten Chauvinisten“ lt. Greta) auch die „verrückte“ Freundin Lena mit ihren tgl. wechselnden Haarfarben, die männerhassende Greta, die Schönheits-Queen der Schule, etc. Mir gefielen jedoch am Meisten die Hauptcharaktere Mia und Iason, die sich sehr schnell in mein Herz geschlichen haben. Besonders Mia`s Charakter ist wundervoll und detailiert ausgearbeitet, so dass sich wohl viele weibliche Leser sich in ihr wiedererkennen. Vielleicht liegt es auch daran, dass es aus Mia`s Sicht in der Ich-Perspektive geschrieben wurde, so dass man Mia direkt in den Kopf kucken und ihre Gedanken lesen konnte. Ich habe sie richtig lieb gewonnen.

Dieses Buch fesselte mich so sehr mit seinen vielseitigen Charakteren, dass ich es innerhalb eines Tages inkl. Nacht durchgelesen hatte und mich kaum auf andere Dinge konzentrieren konnte. Selbst im Nachhinein hänge ich noch gedanklich an der Geschichte, an den Hauptcharakteren Mia und Iason und frage mich, wie lange Iason es wohl auf der Erde bei den für ihn zu heißen Temperaturen aushält und wann er wieder zurück auf seinen Planeten Loduun fliegen muss, um seinen Leuten im Krieg beizustehen. Ebenso bleiben weitere Fragen im Raum stehen, z. B. Werden sich Lena und Mia wieder vertragen? Wo werden Mia und Iason leben und wo werden die Kinder sein? Werden sie glücklich auf der Erde?

Ich bin schon mehr als gespannt auf die Fortsetzung dieses genial durchdachten und wunderbar geschriebenen Werkes.

Buch und Cover sind wundervoll gestaltet. Schon als ich das Cover des Buches sah, konnte ich mir die im Buch später beschriebene Welt vorstellen. Und dann als ich das Buch aufklappte und das leichte Schimmern der ersten Seiten sowie des Covers (nachdem ich den Papierumschlag des Buches abgelegt hatte) wusste ich: Dieses Buch gebe ich nicht mehr aus den Händen! Denn dieses zarte Schimmern sieht so unglaublich zart aus, so dass man es immer wieder berühren möchte – ähnlich wie Iasons schimmernde Haut, die eine ähnliche Wirkung auf Mia und jeden anderen in der Geschichte ausübt. Die Innengestaltung des Buches ist angenehm und weich, in zarte violette / graue Töne gehalten, wie auf dem Cover selbst, so dass es nicht erdrückend oder überfüllt wirkt, sondern das Gegenteil bewirkt. Hier zeigte Frau Marlis Maehrle (Innengestaltung) und Frau Maria-Franziska Löhr (Umschlaggestaltung) ihr goldenes Händchen. Weiter so!

Mein Fazit:

Diese umwerfende Buch und gleichzeitig Debütroman samt seines wundervollen Einbandes und der tollen Gestaltung lädt den Leser in eine wundervolle neue Geschichte ein, bei der man weder Schlafen noch essen noch sonst irgendetwas kann, weil man einfach weiterlesen MUSS – egal ob Tag oder Nacht. Die Seiten und Worte fliegen nur so am Leser vorbei. Inhaltlich spielt die erste große Liebe sowie eine atemberaubende Spannung bis zu den akutellen Umweltproblemen eine Rolle, was dieses Buch zu einem wunderbaren Werk macht, welches ich in meiner Lieblingsbüchersammlung nicht mehr missen möchte.

Dieses tolle Werk verzauberte mich von der ersten Seite an und hält mich selbst danach noch in seinem Bann.

Ich gebe diesem Buch ganze 5/5 Punkten und freue mich sehnsüchtig auf die Fortsetzung!!!

Produktinformationen:

  • Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
  • Verlag: Planet Girl; Auflage: 1. (15. Juli 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3522502787
  • ISBN-13: 978-3522502788
  • Preis: 16,95 Euro

Über die Autorin:
Kim Winter, geboren 1973 in Wiesbaden, lebt mit ihrer Familie im Taunus. Nach einer Ausbildung zur Sozialarbeiterin, arbeitete sie im Pflegekinderdienst und in einem Waldkindergarten. Dann widmete sie sich voll und ganz ihrer Leidenschaft, die sie selbst als „Schreibsucht“ bezeichnet. Dem Wald ist Kim Winter übrigens noch immer sehr verbunden, weil sie dort neben einem Café in Wiesbaden am liebsten schreibt, und das immer mit Musik im Ohr. Außerdem spielt sie Theater, engagiert sich umweltpolitisch und kann es nicht lassen, Dinge zu hinterfragen. „Bei Ungerechtigkeiten weggucken, geht gar nicht.“

Ich bedanke mich bei Bücherkinder.de für die befristete Bereitstellung dieses tollen Rezensionsexemplares! Dankeschön! Es war toll diese Buch zu lesen!

 

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